Die Pille absetzen – Aber wie?

Du möchtest die hormonelle Verhütung absetzen, vielleicht weil du Nebenwirkungen spürst, schwanger werden möchtest oder einfach auf natürliche Verhütungsmethoden umstellen möchtest?

In diesem Artikel erfährst du Wissenswertes rund um einem ausgeglichenen und rhythmischen Zyklus ohne Pille!

Du bekommst hilfreiche Infos an die Hand,, wir zeigen mögliche anfängliche Nebenwirkungen beim Absetzen der Pille und vor allem, wie du deinen Körper unterstützen kannst, sein hormonelles Gleichgewicht wieder zu finden.

Gründe für’s Absetzen

Die Gründe für ein Absetzen der Antibabypille können sehr vielfältig sein.

Neben dem Wunsch nach einer Schwangerschaft sind häufig Nebenwirkungen ein Grund für die Auseinandersetzung mit dem Thema. Denn die Einnahme der Pille ist auch ein Eingriff in das natürliche Hormongleichgewicht und viele Frauen möchten inzwischen auf synthetischen Hormone in ihrem Leben verzichten.

Alle hormonellen Verhütungsmittel bergen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Blutgerinnsels, vor allem in Kombination mit Rauchen oder einer genetischen Belastung. Nebenwirkungen wie Depression, Verlust der Libido, Haarausfall und Gewichtszunahme sind jedoch häufiger. So bekommt die Pille einen bitteren Beigeschmack.

Pille Absetzen – so geht’s

Falls es medizinische Gründe für die Pilleneinnahme gibt, sprich vor dem Absetzen am besten mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Ansonsten kannst Du die Pille im Grunde zu einem beliebigen Zeitpunkt absetzen und musst nicht erst den gesamten Blister zu Ende einnehmen. Nach dem Absetzen setzt nach kurzer Zeit die bekannte Abbruchblutung ein und die Schleimhaut, die sich unter der Pilleneinnahme aufgebaut hat, wird abgestoßen. Dies ist keine “echte” Periode. Danach heißt es abwarten – manche Frauen haben sofort wieder einen eigenen Zyklus mit Eisprung und einer Regelblutung nach ca. 4 Wochen. Bei vielen anderen heißt es nun Abwarten.

Begleiterscheinungen beim Absetzen der Pille

Nach dem Absetzen der Pille fühlst du dich möglicherweise sofort besser. Deine Stimmung hebt sich, du hast mehr Energie und eine regelmäßige Monatsblutung. So das Idealbild. 

Du könntest jedoch auch vor Herausforderungen wie Post-Pill-Akne, PMS oder einer ausbleibenden Periode (Amenorrhö), sowie Post-Pill-PCOS  stehen. Wichtig für dich: gib deinem Körper viel Zeit, sich zu ordnen. Es ist normal, dass die ersten Monate nach der Pille ein Durcheinander im Hormonhaushalt herrscht. Selbst, wenn du dich mit Akne oder PMS herumschlagen musst, so wird das in den meisten Fällen nicht auf Dauer sein! Es gibt einiges was du für dich und deinen Körper unterstützend tun kannst, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Generell ist es günstig, die Leber nach dem Absetzen mit Bitterstoffen (z.B. Tee, frische Kräuter) zu unterstützen, denn sie wurde unter der Pille mit Fremdhormonen belastet und muss diese nun auch wieder aus dem Körper heraus befördern. Es macht auch Sinn, die Depots von bestimmten Mikronährstoffen wie B-Vitaminen, Zink, Selen und Magnesium aufzufüllen, da die Pille als “Nährstoffräuber” bekannt ist. Viele hormonelle Beschwerden hängen auch mit dem Mangel an Mikronährstoffen zusammen. Dazu mehr in diesem Artikel zu Vitalstoffen für den Hormonhaushalt.

Was tun bei Post-Pill-Akne?

Die Post-Pill-Akne tritt vor allem bei Frauen auf, die bereits vor der Pilleneinnahme Probleme mit ihrer Haut hatten. Die Stoffe Ethinylestradiol (synthetisches Östrogen) und die Progestine Drospirenon und Cyproteron schrauben deine Talgproduktion herunter. Beim Absetzen der Pille wird dann die Talgproduktion erhöht. Diese wird auch durch die Mehrbildung von Androgenen in deinen Eierstöcken begünstigt. Du kannst deinen Körper zum Beispiel mit reinigenden und ausleitenden Tees und Kräutern unterstützen.

Es gibt viele Behandlungsmethoden, die dich bei einer Post-Pill-Akne unterstützen können. Gerne beraten wir von FEMNA dich hierzu.

Was tun bei Post-Pill-PMS? 

Von PMS hast du sicher schon einmal gehört. Hierbei handelt es sich um eine Vielzahl an Symptomen, die dich kurz vor dem Einsetzen deiner Periode begleiten können. Ein geringes Ausmaß ist normal, eine starke Beeinträchtigung sollte untersucht werden. Viele Frauen glauben, dass es normal ist, sich bis zu zwei Wochen vor ihrer Periode schlecht zu fühlen. Das ist ein Irrglaube. Starke körperliche oder emotionale Beschwerden deuten auf ein hormonelles Ungleichgewicht hin und sind kein Muss!

Symptome eines PMS sind unter anderem:

  • Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfungssymptome
  • Übelkeit und Kreislaufbeschwerden
  • Durchfall
  • Krämpfe im Unterbauch
  • Kopf- und Rückenschmerzen bis hin zu Migräne
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Schmerzhafte Spannungen, Schwellungen oder extreme Empfindlichkeit der Brüste (Mastodynie)
  • Schmerzen im Bereich der Geschlechtsorgane und im kleinen Becken beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressive oder manische Stimmungen
  • Angstzustände
  • Reizbarkeit und Aggressivität
  • Gefühl von Überforderung und Kontrollverlust
  • Veränderungen des Appetits

Solltest du mehrere dieser Symptome haben, wende dich an deinen Arzt oder Heilpraktiker. Du kannst auch eine Menge für dich selbst tun. Gönn dir eine Pause, achte auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und führe deinem Körper wichtige Vitalstoffe durch reichlich Gemüse und Co zu. Zyklusregulierende Tees und ätherische Öle können ebenfalls sowohl bei fehlendem Zyklus als auch bei Post-Pillen-PMS unterstützend wirken.

Leichte Symptome sind also ein Zeichen für funktionierende Hormone, die du für deinen gesunden Zyklus benötigst, starkes PMS sollte behandelt werden. Weder Östrogen noch Progesteron sind schlecht – diese Hormone sind gut für deinen Körper. Es kommt jedoch auf ein harmonisches Miteinander dieser wichtigen Hormone an. Etwas Östrogen ist perfekt, zu viel Östrogen ist überstimulierend und kann, zum Beispiel, Brustschmerzen, Reizbarkeit und Kopfschmerzen verursachen.

Was tun bei ausbleibender Regel (Post-Pill-Amenorrhö)?

Bei einigen Frauen bleibt die Periode nach dem Absetzen der Pille zunächst aus. Sollte das auch bei dir der Fall sein, frage dich zuerst, wie deine Periode vor der Einnahme der Pille war.

War deine Periode unregelmäßig? Dann war bereits hier vielleicht ein Hormonungleichgewicht in deinem Körper vorhanden. War deine Periode regelmäßig? Dann hat das Ausbleiben deiner Periode wohl mit deinem veränderten Hormonhaushalt durch das Absetzen zu tun. In beiden Fällen gilt: Ruhe bewahren und ganz in Ruhe alles wieder in Ordnung bringen. 

Von einer Post-Pillen-Amenorrhö spricht man, wenn die Periode länger als sechs Monate ausbleibt und kein anderer medizinischer Grund (z.B. Schilddrüsenerkrankung, Zöliakie, PCOS) dafür gefunden wird.

Sind alle Gründe ausgeschlossen, dass du deine Regelblutung nicht bekommst, hat dein Hypothalamus (das ist deine primäre hormonelle Schaltstelle) eventuell beschlossen, dass du aktuell keinen Einsprung haben solltest. Diese Entscheidung hat er nicht aus Bosheit getroffen, sondern weil er deinem Körper helfen will. Dein stressiger Alltag und/oder deine unausgewogenen Ernährung führen dazu, dass dein Hypothalamus dich vor den Anstrengungen einer Schwangerschaft schützen will. Und die einzige Möglichkeit diese zu verhindern ist, den Eisprung zu verhindern.

Die Hauptgründe für eine hypothalamische Amenorrhö sind tatsächlich Mangelernährung und Stress. Kurz gesagt: iss mehr und stress dich weniger. Das ist leichter gesagt als getan. Doch nach ein paar Monaten wird es dir dein Körper danken.

Umgib dich am besten mit Leuten, die gerne und gesund essen, vermeide soziale Medien, die dünne Körper glorifizieren und lass die Vorstellung los, irgendetwas perfekt machen zu müssen. 

Was tun bei Post-Pill-PCOS?

PCOS beschreibt Symptome wie unregelmäßige und verspätete Perioden, lange Zyklen und/oder lange Blutungen. Außerdem kann es zu mehr Gesichtsbehaarung, Akne, Haarausfall und Gewichtszunahme kommen. Zusammengefasst beschreibt PCOS ein Problem mit dem Eisprung. Dadurch entsteht eine Überproduktion von Androgenen (männliche Hormone) wie Testosteron.

Mehr Infos zu PCOS findest du in unserem Artikel über die Diagnose PCOS. Auch hier gilt: besonders PCOS nach dem Absetzen der Pille, also ein Post-Pill-PCOS, ist meist vorübergehend und mit ein wenig Geduld gut zu behandeln. Wichtig ist, dass du deinen eigenen Zyklus kennst, um zum Beispiel entsprechende Nahrungsmittel und -zusätze einsetzen zu können. Gerne beraten wir dich hierzu.

Zyklustracking & Co – Lerne deinen Zyklus neu kennen!

Sobald du nach dem Absetzen der Pille deine Periode bekommst, kann es helfen, sie zu beobachten, um deinen Zyklus richtig kennenzulernen. 

Ein regelmäßiger Zyklus mit einem Eisprung gilt als Vitalzeichen für deinen Körper. Du produzierst dabei Östradiol (ein Östrogen) und Progesteron. Dadurch bringst du deine Stimmung, deinen Stoffwechsel, dein Haar und deine Knochengesundheit in Schwung. Östrogen und Progesteron sind sozusagen Yin und Yang für deinen Körper. Ist von einem zu viel oder zu wenig da, wirkt sich das auf das auf den Gegenspieler aus.

Um dich selbst und deinen Zyklus kennen zu lernen, bietet es sich an, das Ganze aufzuschreiben. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten von der Zyklus App über Programme am Computer bis hin zum guten alten Tagebuch. Du selbst solltest die Form wählen, mit der du dich am wohlsten fühlst. 

Zyklusmonitoring 

Vielleicht hast du schon von dem Begriff Zyklusmonitoring gehört. Hierbei handelt es sich um eine Reihe von Untersuchungen, die in der Regel in einer Fertilitätsklinik durchgeführt werden. Die Bluttests und Ultraschalluntersuchungen können helfen, festzustellen, wann der Eisprung eintritt. Die Bluttests werden alle zwei Tage durchgeführt, so dass Östrogen-, Progesteron- und LH-Spiegel überwacht werden. Eine derartige Überwachung kann für Frauen nützlich sein, bei denen der Eisprung nicht zum erwarteten Zeitpunkt eintritt, oder die Hilfe bei der Berechnung des perfekten Zeitpunkts benötigen, um ein Kind zu zeugen.

Zyklustracking

Dann gibt es noch das Zyklustracking. Das kannst du eigenverantwortlich ganz für dich alleine durchführen oder durch tracking apps, sowie Clue. Es meint die regelmäßige Beobachtung deines Zyklus’.

Warum macht es Sinn, deinen Zyklus zu kennen? Zum einen weißt du dann immer genau, wann du einen Eisprung hast, was dir bei hormonfreier Verhütung sehr helfen wird. Zum anderen kannst du Veränderungen und mögliche Ungleichgewichte selbst beobachten und spüren, bevor dein Körper ernsthaft aus dem Gleichgewicht gerät. 

Du vermutest ein Ungleichgewicht deiner Hormone? Dann mach schnell und unkompliziert unseren Fragebogen-Test.

Beobachte deinen Zyklus und lerne mehr über dich selbst!

Wie regelmäßig soll sie sein, meine Regel?

Vielleicht zeigt dir dein Zyklustracking, dass deine Regel noch unregelmäßig kommt. Gerade nach dem Absetzen der Pille ist dies völlig normal und kann sich mit der Zeit einpendeln. Außerdem hat jeder Körperseinen eigenen Rhythmus – auch deiner! Ein gelegentlich unregelmäßiger Zyklus ist noch ein Grund zur Sorge.

In vielen Büchern findest du Angaben von einem 28-Tage-Zyklus. Diese Zahl solltest du als Richtwert sehen. Dein Zyklus beginnt mit dem ersten Tag deiner Monatsblutung. Er sollte sich ungefähr zwischen 21 und 35 Tagen bewegen. Sollten deine Zyklen länger oder kürzer sein, hast du vielleicht nicht jeden Monateinen Eisprung. Es kann von Zeit zu Zeit passieren, dass du innerhalb eines Zyklus keinen Eisprung hast. Eine vorübergehende Störungen des weiblichen Zyklus kann unterschiedliche Ursachen haben. Es kann zum Beispiel sein, dass nach einer längeren Krankheit, einer Reise, einer Diät oder Stress deine Periode unregelmäßig wird.

Bleibt deine Regel jedoch regelmäßig oder sogar langfristig aus, leidest du möglicherweise an PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom). In diesem Fall solltest du dich an deinen Frauenarzt oder deine Frauenärztin wenden und dich untersuchen lassen.  

Die Pille abzusetzen ist also gar nicht so schwer

Wir haben aufgezeigt, welche Herausforderungen du beim Absetzen der Pille haben kannst und welche Ursachen diese haben können. Du kannst mit einfachen Dingen wie Zyklustracking, regelmäßigen Pausen, einem regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und gesunder Ernährung eine Menge positiv bewegen und musst dich keineswegs mit Post-Pill-Akne und Co abfinden!

Zum Abschluss möchten wir dir die Worte von Lara Briden, einer Naturheilkundlerin, Frauengesundheitsreferentin und Autorin  mit auf den Weg geben. „Dein Körper will gesund sein. Er will auch gesunde Periodenblutungen haben. Behandle die Ursache und spiele auf lange Sicht. Bleib bei deiner Behandlung. Vertraue deinem Körper.“


Quellen

Briden, Lara. Die Periodenwerkstatt. Der Weg zu gesunden Hormonen und einer gesunden Periode. GreenPeak Publishing, 2018.

Kirkpatrick, Belinda, Johnstone, Ainsley. Heilende Hormone. Hormonfreundliche Ernährung & naturheilkundlicher Rat für einen harmonischen Zyklus. Südwest, 2019.


Mehr Lesestoff

https://generation-pille.com/pille-absetzen-tipps-tricks/


Dieser Artikel wurde von Lina Köhler geschrieben und von Hannah Pehlgrimm, Expertin für Frauengesundheit, editiert.

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