Empfangen oder Verhüten? So funktioniert dein Zyklus wirklich

Der weibliche Zyklus ist ein Mysterium für sich, ganz besonders, wenn er auch noch unregelmäßig ist. Du versuchst schwanger zu werden? Dann ist es besonders wichtig zu wissen, wie dein Zyklus funktioniert und wann du deinen Eisprung hast. Aber auch wenn du ohne hormonelle Unterstützung verhüten willst, ist es essentiell die Basics des weiblichen Zyklus zu kennen. Hier zeigen wir euch was genau beim Eisprung passiert, wann du fruchtbar bist und wann nicht.

Grundsätzlich

Um auf Nummer sicher zu gehen, wird jungen Frauen & Mädchen von Anfang an eingebläut, dass sie zu jedem Zeitpunkt schwanger werden können. Die Wahrheit ist, dass man nur circa 7 Tage des Zyklus wirklich fruchtbar ist. Und zwar an den 6 Tagen vor dem Eisprung und an dem Tag deines Eisprungs.

Was passiert beim Eisprung?

Im Normalfall hast du jeden Monat nicht nur deine Periode, sondern auch deinen Eisprung. Das heißt, dein Körper lässt ein Ei in deine Eileiter frei, welches sich dort auf die Besamung vorbereitet. Dieses Ei lebt zwischen 12-24 Stunden und wird es nicht befruchtet, löst es sich auf und dein Körper scheidet es im Zuge der Menstruation wieder aus. Diese Vorbereitungszeit auf die Menstruation nennt man auch Lutealphase. Sperma kann bei besten Verhältnissen maximal 6 Tage im Körper der Frau überleben, daher kommt die magische Zahl 7. 6 Tage Lebensdauer des Spermas plus 1 Tag Eisprung ergibt 7 – deine fruchtbare Phase.

Obwohl die fruchtbare Phase 7 Tage dauert, hat Yourfertility.org.au herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit in den 3 Tagen vor deinem Eisprung schwanger zu werden bei 27-33% liegt. Das hört sich erstmal nach einer kleinen Zahl an, besonders weil wir alle gelehrt bekommen haben, dass wir immer schwanger werden können. Tatsächlich handelt es sich hierbei um die höchste Wahrscheinlichkeit im gesamten Zyklus schwanger zu werden. Außerhalb dieser 7 Tage ist die Wahrscheinlichkeit gleich 0% – aus dem simplen Grund, dass es überhaupt kein Ei gibt, das befruchtet werden kann. Das ist auch der Grund aus dem NFP (Natürliche Familienplanung oder FAM – Fertility Awareness Method) so wichtig ist, für Paare die versuchen schwanger zu werden, aber auch für die, die noch nicht so weit sind Kinder zu bekommen.

Wenn ihr versucht schwanger zu werden ist NFP ein guter Weg. Planned Parenthood hat dokumentiert, dass NFP zu 76-88%  effektiv ist, das heißt, dass 12-24 von 100 Paare, die NFP betrieben haben schwanger wurden.

Die 3 Zeichen der Natürlichen Familienplanung

Hier zeige ich euch die 3 verschiedenen Zeichen des Körpers, die man zur Natürlichen Familienplanung beachten muss. Es handelt sich hierbei eher um einen Überblick, als um eine korrekte Anleitung zur NFP. Um diese Methode anzuwenden, solltest du auf jeden Fall ein wenig Literatur verschlingen (Natürliche Familienplanung von Toni Weschler (Die Bibel der FAM und Quelle für diesen Artikel) oder Natürliche Empfängnisregelung von Josef Rötzer ) oder mit einem Experten sprechen.

1. Basaltemperatur messen

Um die NFP anwenden zu können, musst du dir angewöhnen jeden Morgen als erstes deine Temperatur zu messen. Wichtig hierbei ist, dass sie immer am gleichen Ort (oral, vaginal oder rektal) gemessen wird und besten Falls zur gleichen Uhrzeit. Man sollte mindestens 3 Stunden ununterbrochenen Schlaf vor der Messung gehabt haben und es muss beachtet werden, dass Alkohol, ungewohnt spätes zu Bett gehen oder nächtliches Schwitzen/Frieren die Temperatur beeinflussen können.

Was man vom regelmäßigen Nehmen der Temperatur lernen kann ist, ob man überhaupt einen Eisprung hat, ob man schwanger ist und wie lange der Zyklus voraussichtlich sein wird. Ungefähr einen Tag nach dem Eisprung steigt die Temperatur und bleibt bis zur Periode konstant hoch. Mit der Periode sinkt die Temperatur wieder, bleibt sie 18 Tage in Folge hoch, kannst du ziemlich sicher sein, dass du schwanger bist.

Zur Schwangerschaftsverhütung kannst du dich nicht auf die Temperaturmessung alleine verlassen.

2. Zerfixschleim testen

Zugegeben – Zerfixschleim ist kein schönes Wort, aber wir haben ihn alle und er ist so wichtig für die Bestimmung von Fruchtbarkeit. Er ist das Pendant zum männlichen Sperma und erfüllt auch den gleichen Zweck. Die tatsächlichen Samen machen nur einen Bruchteil des Ejakulats aus, welches zum Großteil aus Flüssigkeit besteht, die es den Samen ermöglicht zu überleben und zu wandern. Sobald die Samen im weiblichen Körper angekommen sind, bietet der Zerfixschleim das neue Zuhause für die Samen und die Qualität bestimmt die potenzielle Lebensdauer der Samen. Es gibt verschiedene Arten von Zerfixschleim, die einem Auskunft darüber geben können, wo man sich gerade im Zyklus befindet.

In der nicht fruchtbaren Zeit hat man meistens ein trockenes vaginal Gefühl, was ganz logisch ist. Es gibt kein Ei, das befruchtet werden könnte, warum also sollte der Körper fruchtbaren Zerfixschleim produzieren, da es überhaupt keinen Grund gibt Samen ein gemütliches Zuhause zu geben. Je fruchtbarer die Frau wird, desto flüssiger, dehnbarer und reichhaltiger wird der Zerfixschleim. Während der fruchtbarsten Zeit hat er eine ähnliche Konsistenz wie die von Eiweiß.

Testen kannst du deinen Zerfixschleim ganz einfach mit einem Finger am Eingang deiner Vagina oder wenn du auf Toilette gehst mit Toilettenpapier. Das ist erstmal etwas ungewohnt und es kann einige Zeit dauern, bis du deinen Zerfixschleim richtig einschätzen kannst.

3. Die Position des Muttermunds

Das letzte Anzeichen der NFP ist die Position deines Muttermunds.

In der unfruchtbaren Zeit ist dein Muttermund geschlossen, hart und relativ weit oben. Er fühlt sich dann ungefähr so an wie wenn du mit einem Finger auf deine Nasenspitze tippst. Bist du fruchtbar öffnet sicher Muttermund, wird weich und rutscht weiter nach unten und fühlt sich jetzt mehr an wie deine Lippen.

Auch hier gehört ein bisschen Übung mit dazu, es kann aber sehr spannend sein mal auf Tauchstation zu gehen.

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NFP klingt zwar im ersten Moment nach viel Arbeit, wird aber, wenn man einmal den Dreh raushaut ganz schnell zur Routine. Es ist eine beliebte Methode für Frauen, die die Pille abgesetzt haben und auf der Suche nach einer natürlichen, nicht-hormonellen, non-invasiven Verhütungsmethode sind. Aber auch für Frauen, die versuchen schwanger zu werden sollte NFP der erste Schritt sein. Vielleicht kommt man auch so schon zum Glück, ganz ohne teure und angsteinflößende Besuche beim Arzt.

Doch auch, wenn du weder versuchst schwanger zu werden noch genau das zu vermeiden, kann NFP das richtige für dich sein. Es ist ein tolles, befreiendes Gefühl, wenn man die Zeichen, die einem der Körper ununterbrochen sendet deuten kann. Du musst dich nicht mehr wundern, warum du traurig oder gereizt bist und du kommst schneller dahinter, wenn irgendwas nicht mehr ganz rund läuft.

 

 

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