Es ist Frühling! – Leben im Takt der Jahreszeiten

Frühling lässt unsere Gefühle auf Hochtouren laufen und bringt neuen Schwung!

Die Tage werden wieder länger und damit lichtintensiver, durch die Erdrotation und die Umlaufbahn unseres Planeten um die Sonne ändern sich die Länge von Tag und Nacht, die Temperatur und schließlich die Jahreszeiten.

Pflanzen und Tieren haben innere Uhren, die sich an diesen äußeren Taktgebern orientieren. So wird zum Beispiel das Ende von Winterruhe und Winterschlaf bei Tieren ausgelöst. Handeln zum richtigen Zeitpunkt ist für jede Spezies überlebenswichtig. Funktioniert die innere Uhr nicht, erfrieren Tier und Pflanzen beispielsweise oder verhungern.

Bei dir und mir als Mensch funktionieren diese Mechanismen im Grunde ähnlich. Mit einem entscheidenen Unterschied – denn durch die Erfindung der Elektrizität und unserer heutigen modernen Welt sind die natürlichen Rhythmen durcheinander gekommen.

Wir gehen auch im Winter zur gleichen Zeit zur Arbeit, dann eben bei Dunkelheit! Durch die Globalisierung ist es uns auch im Winter möglich, Erdbeeren zu essen. Dein Körper jedoch funktioniert im Grunde noch sehr ursprünglich – wie vor vielen hundert Jahren. 


Je nach Jahreszeit können Dir bestimmte Kräuter und Pflanzen helfen, deinen Stoffwechsel in Schwung zu bringen.

Der Rhythmus der Natur

Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Schnee verdrängen und die ersten Frühlingsblüher ihre Köpfe aus dem Boden strecken, beginnt um uns herum eine Zeit des Neuanfangs. Die ganze Natur erwacht. Pflanzen bringen ihre Fotosyntheseproduktion auf Hochtouren, Tiere erwachen aus der Winterruhe oder dem Winterschlaf. Nester werden aufgeräumt und geputzt. Du siehst, auch die Tier und Pflanzenwelt wird aktiver und beginnt sich auf die kommenden Monate vorzubereiten.

Der Tag-Nacht-Rhythmus ist ein gutes Beispiel für deine eigenen innere Uhr. Wenn es dunkel wird, steigt deine Melatoninproduktion. Melatonin ist ein Hormon, dass deinen Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Wird es dunkel – wirst du müde. Eigentlich. Durch den Wandel unserer Zeit haben wir Strategien entwickelt, unsere innere Uhr zu umgehen oder zu ignorieren. Statt schlafen zu gehen, wenn es dunkel wird, trinken wir einen Kaffee, oder zwingen uns noch weiter zu arbeiten. 

Auf die Dauer macht uns ein Leben wider dem Rhythmus der Natur krank. Konzentrationsstörungen oder Erschöpfungszustände drohen.


Das Glückshormon Serotonin hat im Frühling seine Blütezeit.

Hormone auf neuem Kurs

Doch warum werden Tiere und auch wir Menschen im Frühjahr aktiver?
Neben anderen Mechanismen ist das Hormon Serotonin dafür verantwortlich.

Durch die Sonneneinstrahlung wird in deinem Gehirn der Botenstoff Serotonin – auch Glückshormon genannt – produziert. Es sorgt für deinen Antrieb, Stimmung, Impulsivität und deinen Sexualtrieb. Sonnenlicht reduziert zusätzlich die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das für die Hautpigmentierung verantwortlich ist, aber ebenso die Verdauung verlangsamt und den Kreislauf träge macht. Und was den Schlaf anbelangt, ist wichtig zu erkennen: das Serotonin ist chemisch gesehen die Vorläufersubstanz von Melatonin – und umgekehrt. Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist für deinen Körper also sehr gesund.

Es gibt weitere innere Uhren, die unabhängig vom Licht laufen und die Tageslänge bestimmen.


Manchmal hilft es, dir Gedanken von der Seele zu schreiben.

Hausputz in deinem Körper

Der Frühling lädt ein, „Hausputz” zu machen. Sowohl in deinem „innere Haus” deinem Körper, deiner Seele, als auch in deinem „äußere Haus” – den Räumlichkeiten in denen du lebst, kann eine gründliche Reinigung vertragen. In deinen vier Wänden kennst du das sicher, kaum wird es draußen frühlingshaft warm, steigt die Lust nach sommerlicher Kleidung, neuem Look in Form eines anderen Haarschnitts oder einer neuen Jeans? Im Frühling wird aussortiert, weggeworfen, einfach Platz gemacht für Neues. 

Du kannst im Frühling gut neue Pläne für das kommende Jahr machen – und dich von Altem trennen. Das ist sowohl materiell als auch symbolisch gemeint. 

Um dir und deinem Körper etwas Gutes zu tun, kannst du zum Beispiel einen Tee zubereiten, der dich erfrischt und eine reinigende und entschlackende Wirkung hat.

Du kannst bereits jetzt die ersten Wildkräuter wie Bärlauch, Vogelmiere und Gänseblümchen ernten. 

50 g Vogelmierensalat decken bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C! Vogelmiere schmeckt prima im Salat, als gedünstetes Wildgemüse, für grüne Brötchen oder eine Wiesensuppe.

Gänseblümchen sind eine schöne Zutat für jeden Salat oder Smoothie. Auch die Blätter und Knospen können verwendet werden, zum Beispiel in Getränken oder Heiltees.

Die beste Zeit also, frischen Wind in die Küche zu bringen. Vielleicht mit dieser köstlichen Suppe? Sie steckt voller Vitamine!

In Kräutern strecken jede Menge Vitamine und Vitalstoffe.

Zutaten: Je eine Handvoll von den folgenden Kräutern kommt in die Suppe:

Löwenzahn – Gänseblümchen – Brennessel – Bärlauch – Petersilie – Sauerampfer – Frauenmantel – Schnittlauch – Gundelrebe

Alternativ suchst du Bibernelle, Schafgarbe, Brunnenkresse, Giersch, Vogelmiere, Taubnessel, Wegerich, Wegwarte, Rauke, Wiesenschaumkraut, Heilziest, Kerbel.

Zubereitung:

Außer den neun Kräutern wird noch folgendes gebraucht:

2 Schalotten

1 Zehe Knoblauch (falls kein Bärlauch bei den Kräutern ist)

3 EL Butter

2 EL Mehl

1 Liter Gemüsebrühe

150 ml geschlagene Sahne (Obers)

Salz, Pfeffer

Kräuter waschen und hacken. Ein paar Gänseblümchen zum Verzieren übrig lassen. Schalotten (und Knoblauch) fein hacken und in der Butter glasig dünsten. Mit Mehl bestäuben und anschwitzen. Mit Gemüsebrühe ablöschen. Kräuter dazugeben und 20 Minuten langsam köcheln lassen. Mit Mixstab fein pürieren. Geschlagene Sahne hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit einem Tupfer geschlagener Sahne und Gänseblümchen servieren.

Guten Appetit!


Quellen

https://www.swr.de/odysso/leben-im-takt-der-natur/-/id=1046894/did=11343432/nid=1046894/1er6xrs/index.html

https://www.inspirierende-gartenwelt.de/2016/05/14/erste-frühlingskräuter-finden/S


Mehr Lesestoff

Kaiser, Martina. Der Jahreskreis: Den Rhythmus der Natur als unsere Kraftquelle nutzen. Aurum, 2018.

Ducasse, Alain; Saintagne, Christophe; Neyrat, Paule. Ducasse Nature II: 150 Jahreszeiten-Rezepte für eine „Cuisine Naturelle“. Hädecke Verlag, 2017.