Was dein Zyklus über deinen Hormonhaushalt aussagt



Den eigenen Körper kennen wir Frauen recht gut, schließlich haben wir mit uns selbst am Meisten zu tun. Wir kennen „unsere“ Art, Periodenschmerzen zu haben oder „unsere“ Art zu bluten. Wenn wir bemerken, dass die Lieblingsserie sofort die Tränen laufen lässt oder die nächste Kundenmail unser Blut in Wallung bringt, dann wissen wir schon, dass da hormonell etwas los ist. Viele Frauen tauschen sich mit ihren Freundinnen darüber aus, wie es ihnen vor oder während ihrer Mens geht.

Dass die Art, wie der Zyklus verläuft, die Farbe und Konsistenz des Blutes, unser Hautbild und unsere Stimmungsschwankungen kein Zufall sind und Rückschlüsse auf unsere hormonelle Lage zulassen – darüber wissen viele Frauen jedoch noch zu wenig Bescheid.


Hormone im weiblichen Zyklus

Tatsächlich ist es so, dass die beiden wichtigsten weiblichen Hormone, Östrogene und Progesteron, den Verlauf unseres Zyklus steuern und bei Schwankungen direkte Veränderungen im Befinden hervorrufen.

Östrogene

Östrogene sind in der ersten Zyklushälfte dominant vertreten und steuern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut sowie den Eisprung. Sie senden Wachstumsimpulse und sorgen dafür, dass die meisten Frauen sich in der ersten Hälfte ihres Zyklus leistungsfähig, aktiv und motiviert fühlen.

Progesteron

Das Progesteron (Gelbkörperhormon) ist nach dem Eisprung, in der zweiten Zyklushälfte, aktiv und steuert die Länge dieser Zyklushälfte sowie die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut. In der zweiten Zyklushälfte ist die Energie eher nach innen gerichtet und es geht für den Körper darum, ein wohliges Nest für eine eventuell befruchtete Eizelle zu bieten sowie diese Energie im Körper zu halten. Allgemein steht die Selbstfürsorge jetzt mehr im Vordergrund, umso mehr, wenn wir auf die Blutung zusteuern. Wenn keine Schwangerschaft eintritt, fällt das Progesteron ab und die Blutung setzt ein.


Stärke der Periodenblutung und Hormone

Ein hoher Östrogenspiegel = starke Blutung

Zwar spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle, aber die Stärke der Blutung sagt etwas darüber aus, wie sehr die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wurde – die, wie wir wissen, direkt auf den Impuls der Östrogene reagiert. Ein hoher Östrogenspiegel sorgt daher für eine eher starke Blutung. Eine sehr starke Blutung kann auch ein Hinweis auf Myome, Polypen oder Endometriose sein. Diese Erkrankungen haben wiederum mit einem zu hohen Östrogenspiegel zu tun – und wieder sind wir bei den Hormonen gelandet. Oft wird hier von einer Östrogendominanz gesprochen.

PMS-Symptome und deine Hormone

Östrogendominanz und Progesteronmangel

Eine Östrogendominanz geht meist Hand in Hand mit einem Progesteronmangel. Und hier wären wir beim Hauptverantwortlichen für schlechte Stimmung vor der Mens. Geschwollene Brüste, Stimmungsschwankungen, Schmierblutungen, Akne – all dies hat sehr oft seine Ursache in einem mehr oder minder ausgeprägten Progesteronmangel. Bei den meisten Frauen ist das Progesteron im Verhältnis zum Östrogen zu niedrig, bei einigen sind aber auch beide dieser weiblichen Hormone niedrig und die männlichen Hormone, die Androgene, zu hoch. Dies ist beispielsweise beim PCO-Syndrom der Fall.

Ursachen von Östrogendominanz & Progesteronmangel

Verhütung

Ein zu hoher Östrogenspiegel wird mit verschiedenen Faktoren in Verbindung gebracht. Eine große Rolle spielt die Verwendung von hormoneller Verhütung. Je nach Länge der Einnahme und Dosis der verschriebenen Pille oder einem anderen hormonellen Verhütungsmittel (Ring, Hormonspirale) ist die Belastung des Körpers mit Fremdhormonen unterschiedlich stark.

Ernährung

Auch hormonartig wirkende Stoffe aus unserer Umgebung, wie Weichmacher aus Plastikprodukten oder Kosmetik, sind ein nicht zu unterschätzender Einfluss. Die Weichmacher sind sogenannte endokrine Disruptoren, das heißt, sie greifen direkt in unser körpereigenes Hormonsystem ein und wirken fast immer wie ein Östrogen.  Auch hormonelle Rückstände und Arnzeimittelreste aus dem Trinkwasser und aus konventionell gehaltenen Tieren für die Fleisch- und Milchproduktion wirken im Körper östrogenartig. All diese Stoffe belasten auch die menschliche Leber, die eine wichtige Rolle im Hormonsystem spielt. Wenn sie sehr mit der Entgiftung beschäftigt ist (hier ist auch Kaffee-, Alkohol- und Zigarettenkonsum eine zusätzliche Belastung), dann stehen andere Aufgaben hintenan und das hat Auswirkungen auf unseren Hormonhaushalt.

Lebensstil

Auf der seelischen Ebene ist Stress eine weitere Ursache. Zu wenig Schlaf, keine richtigen Pausen, ein sich ständig verändernder Rhythmus und Leistungsdruck betonen die Energie der ersten Zyklushälfte. Unsere Nebennieren produzieren Stresshormone, um uns am Laufen zu halten, wir trinken Kaffee und machen einfach weiter. Dies führt dazu, dass die aktiv und leistungsfähig machenden Hormone gefordert sind. Die zweite Zyklushälfte, in der es eher um eigene Bedürfnisse, Selbstausdruck und Intuition geht, ist sehr unterrepräsentiert in unserem täglichen Leben. Das lässt sich an unserem Hormonhaushalt ablesen.


Was du selbst tun kannst um deine Hormone ins Gleichgewicht zu bringen

Zum Glück ist der menschliche Körper enorm regenerationsfähig! Es gibt eine Menge, was jede Frau für sich tun kann – von kleinen Veränderungen im Alltag über unterstützende Pflanzen sowie langfristigen Stressabbau und Prioritätenverschiebungen.

Ernährung

Der Verzicht auf hormonelle Verhütung sowie auf Wasser aus Plastikflaschen, Reduktion von Kuhmilchprodukten in der Ernährung und der Umstieg auf Fleischverzehr aus biologischer Aufzucht oder Reduzierung des Fleischkonsums sind die wichtigsten Punkte. Stück für Stück lassen sich diese Maßnahmen in den Alltag einbauen und sorgen so dauerhaft für einen gesünderen Hormonhaushalt.

Hilfe aus der Natur- Löwenzahn und co.

Gleichzeitig kann die Leber mit vielen Helfern aus der Natur angeregt werden, um ihren Aufgaben wieder gerecht zu werden. Bewährte Pflanzen wie die Mariendistel, der Löwenzahn, die Brennnessel oder das Tausendgüldenkraut sind mit ihren Bitterstoffen eine Kur für die gestresste Leber.

Mehr Pausen im Alltag

Last but not least gilt es auch, für mehr Pausen zu sorgen und Zeiten der Ruhe wirklich als Priorität zu sehen. Es bewährt sich, freie Zeiten schon im Voraus im Kalender zu blocken – sonst treten sie wahrscheinlich nie ein! Viele Frauen sind fokussiert darauf, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden und bürden sich viele Aufgaben und Verpflichtungen auf. Die zweite Zyklushälfte fordert uns dazu auf, abzugeben und uns darauf zu besinnen, was uns nährt. Auch unser kreativer Ausdruck hat seinen Platz in dieser Phase. Es trägt enorm zur Erholung bei, sich wieder auf das Spielerische im Leben zu besinnen und einmal zu überlegen, was man als Kind gern gemacht hat, um der Kreativität Raum zu geben.


Quellen:

Ernst Laqueur, P. C. Hart, S. E. de Jongh. Ueber das weibliche Sexualhormon, das Hormon des östrischen Zyklus (Menformon). IV. Einfluß auf den Stoffwechsel, Widerstandsvermögen gegen physikalische und andere Eingriffe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Zondeck, B. Hormone des Ovariums und des Hypophysenvorderlappens: Untersuchungen zur Biologie und Klinik der weiblichen Genitalfunktion. Springer Verlag 2013.

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