Blutungen in den Wechseljahren: Was bei einer sehr starken Periode hilft

Hilfe, ich laufe aus! Blutungen in den Wechseljahren können bei manchen Frauen ungewöhnlich lang andauern, besonders stark ausfallen oder sehr unregelmäßig sein. Wenn die Tage zur Belastung werden und die Binde oder der Tampon alle 1 bis 2 Stunden gewechselt werden muss, sollte sicherheitshalber eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen werden.

Doch wie viel Blutverlust gilt noch als “normal”? Bei einer normalen Menstruation verliert eine Frau ungefähr 60 Milliliter Blut, während es bei einer überstarken Periode über 80 Milliliter sein können.

Starke Menstruationsblutungen können auch in jungen Jahren auftreten, aber in den Wechseljahren können sie besonders schwer ausfallen. In diesem Beitrag erfährst du warum es zu starken Blutungen kommt, welche Symptome einhergehen und was du tun kannst.


Ursachen für starke Blutungen in den Wechseljahren

Die Dauer der Wechseljahre erstreckt sich über einen langen Zeitraum, in der sich die Intensität der Blutungen immer wieder verändern kann. Dies hängt vor allem mit den Hormonen und der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) zusammen.

Während der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren (Klimakterium) wird die Hormonproduktion der Eierstöcke unregelmäßiger. So wie sich die Hormone in der Pubertät zunächst auf ihr neues Level einpendeln müssen, so wird auch der Hormonhaushalt in der Phase der Wechseljahre ordentlich “durchgeschüttelt”.

Blutungen in den Wechseljahren

Diese Umstellung der Hormone hat auch einen direkten Einfluss auf die Stärke der Blutung. In der Zeit vor der Menopause (letzte Blutung) sinkt der Progesteronspiegel, während das Hormon der ersten Zyklushälfte, das Estradiol aus der Gruppe der Östrogene, unverändert hoch bleibt.

So entsteht eine relative Östrogendominanz, die auch zu einem stärkeren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut führt und dementsprechend zu starken Blutungen.

Auslöser für starke Blutungen können auch Myome (Geschwülste), Schleimhautpolypen, Verwachsungen oder Entzündungen an der Gebärmutter oder am Eileiter sein. Frauen mit Endometriose können ebenfalls betroffen sein.

Bösartige Wucherungen wie Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs sind eher selten für starke Blutungen in den Wechseljahren verantwortlich.

Zu extra starken Perioden kommt es vor allem dann, wenn die zeitlichen Abstände zwischen den Blutungen immer länger werden. Die Gebärmutterschleimhaut hat dadurch mehr Zeit, um sich aufzubauen und dementsprechend mehr Gewebe muss dann wieder hinaus transportiert werden.


Symptome von starken Blutungen in den Wechseljahren

Die Faustregel lautet: Wenn Binden oder Tampons bereits nach ein bis zwei Stunden gewechselt werden müssen und das Periodenblut viele Blutklumpen enthält, kann von einer starken Periode (Hypermenorrhoe) ausgegangen werden.

Dauert die Periode länger als 7 Tage, spricht man von einer verlängerten Periode (Menorrhagie). Hypermenorrhoe und Menorrhagie kommen häufig zusammen vor. Eine zu starke und verlängerte Regelblutung kann einen Eisenmangel oder sogar Blutarmut verursachen. Wenn Frauen an solchen Störungen leiden, fühlen sie sich schnell erschöpft, energielos und müde.

Es passiert nicht selten, dass es zu regelrechten Sturzblutungen kommt. Das kann vor allem in der Nacht zum Problem werden und Schlafstörungen verursachen. Wenn der Körper sich in der Tiefschlafphase nicht regenerieren kann, lassen Folgebeschwerden nicht lange auf sich warten.

Überstarke und lange Menstruationsblutungen sind für viele Frauen zwar sehr unangenehm aber in den meisten Fällen sind sie nicht besorgniserregend. Trotzdem solltest du dir von einem Arzt bestätigen lassen, dass keine ernsthafte Erkrankung wie Gerinnungsstörungen, Myome, Adenomyose (Verdickung der Gebärmutterwand), Schilddrüsenerkrankungen oder Krebs dahinter steckt.


Was hilft bei Blutungen in den Wechseljahren?

Früher war es üblich, Patientinnen bei zu starken Perioden in den Wechseljahren die Gebärmutter zu entfernen (Hysterektomie). Dies ist heutzutage glücklicherweise nicht mehr gang und gäbe. Inzwischen gibt es viele konventionelle aber auch natürliche Behandlungswege, die sehr erfolgsversprechend sind.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die Stärke und Blutungsdauer sowie einhergehende Schmerzen genau zu dokumentieren und in einem Zykluskalender zu protokollieren. Bei der Verwendung einer Menstruationstasse ist es übrigens viel einfacher, genauere Angaben zur Blutmenge zu tätigen. Auch hält eine Menstruationstasse im Vergleich zu Binden oder Tampons länger vor.

Kräutermedizin und Ergänzungen

Gegen Regelschmerzen und starke Blutungen sind viele Kräuter gewachsen. Viele pflanzliche Präparate aus der Naturheilkunde haben sich bewährt, da sie ganzheitlich und schonend wirken.

Dazu gehört ein wenig Disziplin, denn man muss die Präparate über einen längeren Zeitraum konsequent einnehmen. Im Bereich der Phytotherapeutika wird beispielsweise gerne Mönchspfeffer (Agnus castus) eingesetzt. Dieser wirkt ausgleichend auf den natürlichen Progesteronmangel.

Agnus castus

Auch Heilkräuter wie Frauenmantel, Silbermantel sowie Hirtentäschelkraut werden bereits seit vielen Jahrhunderten bei starken Blutungen genutzt und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Bei sehr starken Blutungen könntest du folgende Ergänzungen in Erwägung ziehen:

  1. Kurkuma
    Das im Kurkuma enthaltene Kurkumin erleichtert Periodenschmerzen und reduziert Entzündungen.
  2. Eisen
    Ein Eisenpräparat (Eisen-Bisglycinat) korrigiert den Eisenmangel, der durch starke Blutungen verursacht wird.
  3. Diindolylmethan (DIM)
    DIM ist ein Phytonährstoff der aus Gemüse wie Brokkoli, Rosenkohl oder Weißkohl extrahiert wird und gut für den Östrogenstoffwechsel ist.
  4. Calcium D-Glucarat
    Calcium fördert den gesunden Stoffwechsel des Östrogens, indem es das Östrogen in der Leber bindet und deaktiviert.
  5. Natürliches Progesteron
    In Form von Kapseln oder Cremes, lässt Progesteron die Gebärmutterschleimhaut dünner werden und hat eine beruhigende Wirkung auf die Stimmung.

Zu deiner eigenen Sicherheit ist es empfohlen, bei sehr starken und lang anhaltenden Blutungen einen Frauenarzt oder Heilpraktiker deines Vertrauens aufzusuchen und die Dosierung der Ergänzungen bedarfsgerecht anzupassen.

Konventionelle Behandlung

Frauen können auch auf verschiedene Medikamente oder Hormone zurückgreifen, die den Blutfluss verringern. So ist Ibuprofen beispielsweise ein beliebtes Mittel gegen zu starke Perioden, da es den Menstruationsfluss um die Hälfte reduziert. 1)

Der konventionelle Therapieansatz konzentriert sich häufig auf das Abschwächen der Periode mithilfe von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille. Auch eine Hormonspirale wird von Frauenärzten oft empfohlen. Diese wird in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort für etwa fünf Jahre verweilen.

Sind Myome oder Polypen für die überstarken Blutungen verantwortlich, können sie operativ entfernt werden. Eine Schwangerschaft ist nach dem Eingriff grundsätzlich noch möglich. Besteht kein Kinderwunsch mehr, kann die Schleimhaut der Gebärmutter entfernt (Endometriumresektion) oder verödet (Endometriumablation) werden.

Da sich die Gebärmutterschleimhaut wieder neu ausbilden kann, lassen sich viele Patientinnen nach einiger Zeit erneut operieren. Bleiben vorangegangene Behandlungen ohne Erfolg, kann auch die vollständige Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) in Erwägung gezogen werden.

Eine sehr starke oder verlängerte Regelblutung kann im Alltag als extrem belastend und störend empfunden werden. In einer Studie mit 1547 Frauen (40 – 45 Jahre alt) fand man heraus, dass besonders starke Perioden die Lebensqualität der Frauen sehr einschränkte. 2)

Hier kommen deshalb einige Tipps, um starke Blutungen einzudämmen und die Lebensqualität zu erhöhen:

  1. Kuhmilchprodukte weglassen
    Kuhmilch fördert Entzündungen im Körper und verstärkt die Menstruationsblutung. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Kuhmilchprodukte das Hormongleichgewicht verändern und den Eisprung beeinträchtigen. 3)
  2. Alkoholkonsum reduzieren
    Alkohol stört die Fähigkeit der Leber, Östrogen abzubauen und erhöht somit die Östrogenwirkung. Auch reduziert Alkohol Progesteron und beeinträchtigt die beruhigende Wirkung auf das Gehirn. 4)
  3. Für eine gesunde Darmflora sorgen
    Gesunde Darmbakterien sorgen für einen gesunden Östrogenstoffwechsel, indem sie das Östrogen sicher aus dem Körper hinaus leiten. Einer der besten Wege, um eine gesunde Darmflora zu erhalten, ist auf Antibiotikum zu verzichten. Forscher der Stanford University fanden heraus, dass die Darmflora der Probanden nach mehrmaliger Gabe des Breitbandantibiotikums Ciprofloxacin nicht vollständig zu ihrer ursprünglichen Vielfalt zurückkehrte. 5) . Die gezielte Unterstützung der Darmflora mit einem Probiotikum (über mindestens 3 Monate) kann vor allem nach der Einnahme von Antibiotika sinnvoll sein.
  4. Auf Phytoöstrogene und Bitterstoffe achten
    Die in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommenden Phytoöstrogene fördern einen gesunden Östrogenstoffwechsel. Sie sind in Nüssen, Hülsenfrüchten und Leinsamen zu finden. Bitterstoffe fördern ein intaktes Verdauungssystem und eine gut funktionierende Leber, welches die Basis für ein hormonelles Gleichgewicht ist. Sie sind in allen bitter schmeckenden Obst-und Gemüsesorten enthalten wie beispielsweise in Chicorée, Radicchio, Rucola, Grapefruit, Endivien und Artischocken.
  5. Insulinresistenz korrigieren
    Insulin ist ein Wachstumshormon und verdickt die Gebärmutterschleimhaut. Zu viel Insulin kann den Eisprung beeinträchtigen und zu einem Progesteronmangel führen. Gerät der Hormonhaushalt also durch eine solche Störung aus dem Gleichgewicht, wird der gesamte Menstruationszyklus und somit auch die Periode beeinträchtigt.
  6. Sportlich aktiv sein
    Bewegung verbessert die Insulinempfindlichkeit und fördert durch das Schwitzen eine gesunde Östrogen-Ausscheidung. Am besten suchst du dir eine Sportart die dir Spaß macht, da es dann leichter ist, ihr regelmäßig nachzugehen.
  7. Eisenreiche Nahrungsmittel konsumieren
    Eisen beugt Blutarmut vor und ist in Fleisch, Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen oder Linsen und in grünem Blattgemüse wie Spinat enthalten. Auch ist Brennnessel-Frischsaft oder eine Tinktur aus Brennnesseln zu empfehlen. Damit das Eisen vom Körper besser aufgenommen werden kann bietet sich das Schüssler-Salz Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) an.
  8. Stress reduzieren und für Entspannung sorgen
    Lass es etwas ruhiger angehen! Während der Menstruation solltest du dir weniger vornehmen und dir etwas Gutes tun. Entspannungstechniken oder Yoga können dazu beitragen, Stress abzubauen.
Eisen bei starken Blutungen

Blutungen in den Wechseljahren: Fazit

Wenn die Periode plötzlich ungewohnt stark auftritt, sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Ursachen abzuklären und gegebenenfalls zu behandeln. In den meisten Fällen sind diese Unregelmäßigkeiten aber ganz normal und haben ihre Ursache in den hormonellen Umstellungen.

Der Eintritt in die Wechseljahre kann die Länge des gesamten Zyklus verschieben und die Zeiten zwischen den Blutungen fallen häufig länger oder kürzer aus. Auch die Stärke der Blutung kann variieren, sodass sie zu Beginn der Wechseljahre besonders stark auftritt aber mit den Jahren merklich abschwächt, vorausgesetzt der Östrogenspiegel sinkt.

Es wird empfohlen, die Einnahme von (pflanzlichen) Präparaten wegen möglicher Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vorher mit einem Frauenarzt zu besprechen.

So unterschiedlich jede Frau ist, so unterschiedlich sind auch ihre Symptome in den Wechseljahren. Sorge in dieser Zeit besonders gut für dich, ernähre dich gesund und bleibe fit! Denn eine gesunde Lebensweise ist die beste Prävention gegen starke Blutungen in den Wechseljahren.

Möchtest du mehr über die interessante Zeit der Wechseljahre erfahren? Dann lies gern unseren Artikel: Wechseljahre: Alles, was du darüber wissen solltest.

Wie FEMNA Dir helfen kann

Frauen kommen unterschiedlich früh oder spät in die Wechseljahre. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr können bereits erste typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen auftreten.

Der Körper bereitet sich langsam auf das Ende der Fruchtbarkeit vor und die Eisprünge werden immer unregelmäßiger. Hast du neuerdings Probleme mit deiner Periode? Und möchtest du herausfinden, ob du dich schon in den Wechseljahren befindest? Dann kann ein Wechseljahre-Test Aufschluss bringen!

Der Test gibt Hinweise auf die Balance der Geschlechtshormone sowie der Hormone der Nebennieren. Geeignet ist der Test besonders für Frauen, die unter Symptomen der Wechseljahre leiden.

Nachdem du den Hormontest ganz bequem von zu Hause aus durchgeführt hast, empfehlen wir dir, den Befund mit einer unserer kompetenten Gesundheits-Beraterinnen zu besprechen. Bei FEMNA nehmen wir dein Problem ernst. In der Beratung kannst du all deine Fragen stellen und unsere zertifizierten Heilpraktikerinnen für Frauenheilkunde helfen dir dabei, gezielt eine Lösung für deine individuelle Situation zu finden.

Quellenverzeichnis
  1. Lethaby A, Duckitt K, Farquhar C. Non-steroidal anti-inflammatory drugs for heavy menstrual bleeding. Cochrane Database Syst. Rev. 2013 Jan31; (1): CD000400. PubMed PMID: 23440779[]
  2. Trine S Karlsson , Lena B Marions, Måns G Edlund; Heavy Menstrual Bleeding Significantly Affects Quality of Life; 2014 Jan;93(1):52-7. PubMed PMID: 24266506[]
  3. Kim K; Wactawski-Wende J, Michels KA, Plowden TC, Chaljub EN, Sjaarda LA, et al. Dairy Food Intake IsAssociated with Reproductive Hormones and Sporadic Anovulation among Healthy Premenopausal Women. J Nutr. 2017 Feb; 147(2):218-226. PubMed PMID: 27881593[]
  4. Gill J. The effects of moderate alcohol consumption pn female hormone levels and reproductive function. Alcohol. 2000 Sep-Oct;35(5):417-23. PubMed PMID: 11022013[]
  5. Les Dethlefsen, David A. Relman; Incomplete recovery and individualized responses of the human distal gut microbiota to repeated antibiotic perturbation; PNAS March 15, 2011 108 (Supplement 1) 4554-4561; first published September 16, 2010[]
Über die Autorin
Recha Kühne

Recha Kühne ist angehende Heilpraktikerin und Yogalehrerin. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Medizinisch geprüft von Hannah Pehlgrimm, zertifizierte Heilpraktikerin für Frauenheilkunde und Autorin des Buches "Dein Zyklus-Buch — Period.", EMF Verlag.

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