Endometriose

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen, die eine von zehn Frauen betrifft. Die Ursache sind Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter. Fachleute bezeichnen solche Gewebeinseln auch als „Endometriose-Herde“. Normalerweise kommt Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nur in der Gebärmutterhöhle vor. Bei der Endometriose aber wachsen diese Zellen auch in anderen Gewebe der Gebärmutter oder außerhalb der Gebärmutter. 

Verschiedene Arten von Endometriose

Je nachdem, wo sich Gebärmutterschleimhaut in kleinen Anteilen (Herden) anlagert, wird zwischen zwei Arten von Endometriose unterschieden – der inneren und der äußeren Endometriose.

  • Bei der inneren Endometriose finden sich die Herde innerhalb der Gebärmutter in anderen Gewebsschichten als der ursprünglichen Schleimhaut, zum Beispiel in der Muskulatur.
  • Bei der äußeren Endometriose treten die Herde außerhalb der Gebärmutter in anderen Organen auf. Prinzipiell können sie in allen Organen vorkommen. Am häufigsten finden sie sich jedoch in unmittelbarer Nähe zur Gebärmutter, zum Beispiel am Eileiter und den Eierstöcken. Auch Darmabschnitte liegen in räumlicher Nähe zur Gebärmutter und können genauso wie das Bauchfell Endometrioseherde tragen. 

Die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter verhält sich so wie die Schleimhaut in der Gebärmutter: In der ersten Hälfte des Monatszyklus wächst sie heran und wird am Ende wieder abgestoßen.
Das abgelöste Gewebe der Endometriose-Herde kann aber aus dem Bauchraum nicht abfließen wie eine Regelblutung über die Scheide. Diese Herde reagieren, wie die Schleimhäute innerhalb der Gebärmutter auf die weiblichen Sexualhormone (Östrigene, Gestagene) und bauen sich mit dem Zyklus auf und ab. In jedem Menstruationszyklus baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter neu auf. Wenn es zu keiner Befruchtung kommt, löst sich die Schleimhaut ab und die Regelblutung setzt ein.

Abbildung die Endometriose herde zeigt

Symptome und Folgen von Endometriose

Bei vielen Frauen entfernt der Körper Gewebe und Blut unbemerkt und folgenlos. Bei anderen Frauen führen die Gewebereste zu Verklebungen, Entzündungen und Zysten. Je nachdem, wo sie sich bilden, können sie unterschiedlich starke Schmerzen auslösen, die allerdings in sämtliche Gliedmaßen ausstrahlen.

Bei inneren Herden sind Schmerzen während der Regel die häufigste Krankheitserscheinung. Die Schmerzen beginnen oft bereits kurz vor dem Einsetzen der Regelblutung und verstärken sich dann an den ersten beiden Tagen der Blutung. Unter Umständen können diese Schmerzen sehr stark ausgeprägt sein. In anderen Fällen kommt es zu Dauerschmerzen, die sich am Anfang des Zyklus verstärken oder völlig unabhängig vom Zyklus auftreten. Die Gewebsschäden sollen hier für diesen Dauerschmerz verantwortlich sein.
Befinden sich die Herde in der Muskulatur der Gebärmutter, ist die Regelblutung oft stark ausgeprägt und hält meist sehr lange an, dies nennt man auch Menorrhagie. Dies kann auch zur Schleim-bzw. Zwischenblutungen führen, was Anämie (Blutarmut) auslösen kann.

Bei den äußeren Endometrioseherden kann es zu einem erhöhtem Risiko an Zysten und Verwachsungen kommen. Größere blutgefüllte Zysten können an den Eierstöcken vorkommen. Durch Verwachsungen, Verklebungen und Vernarbungen der Eileiter und Eierstöcke ist Unfruchtbarkeit eine mögliche Folge von Endometriose. In manchen Fällen sind Verklebungen zwischen Gebärmutter, Eileitern, Eierstöcken, Harnblase und Darm möglich, was zu Problemen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang (Durchfall, Verstopfungen, Krämpfe) führen kann.

Herde, die zwischen Gebärmutter und Darm liegen, können Auslöser für Rückenschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, was man als Dyspareunie bezeichnet, führen.
Andere Symptome von Endometriose sind: Blasenprobleme (häufiger/schmerzhafter Harndrang), Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, niedriges Fieber. 

Eine schwere Endometriose kann die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark einschränken.

Was ist die Ursache von Endometriose?

Die Forschung hat bislang noch nicht herausgefunden, wodurch Endometriose verursacht wird. Die am weitesten akzeptierte Theorie lautet retrograde oder rückläufige Menstruation, was bedeutet das Menstruationsflüssigkeit zurück durch die Eileiter und in den Beckenraum gelangt ist. Diese ältere Theorie verliert aber an Boden, weil retrograde Menstruation bei den meisten Frauen vorkommt und dennoch nur zehn Prozent Endometriose entwickeln. Stattdessen glauben einige Wissenschaftler, dass endometriales Gewebe vor der Geburt angelegt wird und bis zur Aktivierung durch die Hormone der Pubertät schlafend liegt.

Welche Ursachen die Endometriose auch haben mag, dass das Immunsystem eine wichtige Rolle dabei spielt, ist unumstritten. Es produziert entzündungsfördernde Zytokine und Autoantikörper, die die Endometriose entzünden und ihr Wachstum fördern.

Der zunehmende Konsens ist, dass Endometriose von einer Immundysfunktion verursacht wird. Einigen Meinungen zufolge wird es teilweise sogar als Autoimmunerkrankung charakterisiert. 

Auch hat die Endometriose eine genetische Komponente, wo eine 8-10 mal höhere Wahrscheinlichkeit besteht an Endometriose zu erkranken, wenn Familienmitglieder diese Erkrankungen haben. 

Da es viele Ursachen für starke Unterleibsbeschwerden gibt, wird Endometriose oft erst erkannt, wenn Behandlungsversuche gegen andere mögliche Ursachen nicht helfen oder ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Bei Frauen ohne Beschwerden ist die Diagnose einer Endometriose oft ein Zufallsbefund. Das Ausbleiben einer Schwangerschaft ist häufig der Grund, ärztliche Hilfe zu suchen.

Habe ich Endometriose?

Derzeit ist der einzige Weg eine Endometriose zu diagnostizieren via Laparoskopie. 
Ein Beckenbodenultraschall kann Endometriose-Läsionen für gewöhnlich nicht feststellen. Es können so aber manchmal Endometriome und eine etwas schwerere Form von Endometriose, tief infiltrierender Endometriose, festgestellt werden. Die Suche nach einem einfachen Test, der einen Biomarker in Blut, Urin, Menstruationsblut oder in der Gebärmutterschleimhaut verwendet, läuft noch.

Kann man Endometriose heilen?

Endometriose ist eine ernsthafte Krankheit und bis jetzt gibt es keine vollständige Heilung.
Neben der Standardtechnik zur Diagnose von Endometriose ist ein operativer Eingriff derzeit auch die primäre konventionelle Behandlung. Eine Operation kann Endometriose nicht heilen, aber sie kann die Schmerzen erleichtern und die Fruchtbarkeit verbessern. 

Operationen haben Nachteile. Erstmal handelt es sich um einen operativen Eingriff, was immer eine Anstrengung für den Körper bedeutet. Zweitens ist ein möglicher Nachteil, dass sich Verwachsungen und Narbengewebe an den behandelten Stellen bilden kann, was wiederum Schmerzen verursachen können. Die Rate eines erneuten Auftretens nach einer Operation liegt nach zwei Jahren bei 21% und nach fünf Jahren bei 50%.
Die Therapie in der medizinischen Behandlung ist oft der Ansatzpunkt mit hormonellen Medikamenten, welche die Östrogenen unterdrücken, wie Depo-Provera, Depot Clinovir (Medroxprogesteronacetat).
Sie können Nebenwirkungen haben wie Depressionen oder Osteoporose. Die Wissenschaft ist dabei neue nichthormonelle Medikamente, wie Angiogenese-Hemmer, Entzündungshemmer oder Immunmodularoen zu entwicklen.

Ganzheitliche Behandlung von Endometriose

Zu einer ganzheitlichen Behandlung der Endometriose gehören neben konkreten Therapien und naturheilkundlichen Heilmitteln insbesondere auch eine effektive Stressbewältigung sowie eine Umstellung der Ernährung auf frische, vitalstoffreiche Lebensmittel statt verarbeitete eher nährstoffarme Nahrungsmittel, und Vermeidung von Kuhmilch und Weizenprodukten. 
Die besten Ergänzungen bei Endometriose sind jene, die die Immunfunktion normalisieren und Entzündung reduzieren. Hier kann die Kräutermedizin und eine richtige Versorgung mit Mikronährstoffen weiterhelfen.

Bei Fragen rund um die Themen Endometriose, ganzheitliche Behandlung dessen und Hormone im Allgemeinen, berät dich unsere Team der FEMNA-Expertinnen für Frauengesundheit gern!

Quellen:

http://www.uni-frauenklinik-tuebingen.de/endometriose-therapie.html

Buch; „Die Perioden Werkstatt, Lara Briden“ 

https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/gynaekologische-und-urologische-erkrankungen/endometriose-2017316

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Unser Interdisziplinäres Team

Dr. med. Maike Henningsen
Dr. med. Maike Henningsen
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Hannah
Pehlgrimm
Heilpraktikerin für Frauenheilkunde
Beraterin Viktoria, Heilpraktikerin
Viktoria Klöpperpieper
Fachtherapeutin für Orthomolekulare Medizin