Was tun bei wiederholter Fehlgeburtsneigung? Ursachen & Auslöser finden

mama.days Fehlgeburtsneigung bild
credit @mama.days

Wiederholte Fehlgeburt oder gar Fehlgeburtsneigung?

Rein statistisch gesehen ist die Fehlgeburt ein häufiges Ereignis. 15 % aller von Ärzten festgestellten Schwangerschaften enden noch vor der 23. Schwangerschaftswoche (also bevor das Kind lebensfähig gewesen wäre). Rechnet man auch die Schwangerschaften hinzu, bei denen noch keine Anzeichen zu sehen waren, der HCG-Wert jedoch gestiegen ist, liegen die Zahlen deutlich höher. Also eigentlich „ganz normal“? 

Nicht für die Betroffenen: eine erlittene Fehlgeburt stellt für viele Frauen ein traumatisches Erlebnis dar. Oft herrscht darüber Sprachlosigkeit, Freunde und Familie werden nicht informiert, der Mann ist mit der Situation überfordert und für die Frau heißt das, irgendwie alleine damit klarkommen zu müssen. Verdrängung ist einer der Schlüssel zum schnellen Wieder-Funktionieren. 

Doch was tun, wenn Frau nicht so einfach wieder zum Alltag zurückkehren kann? Ein Grund hierfür ist zum einen die Hormonlage: von eben noch schwanger mit all den Glücksgefühlen, rauschen die Hormone oft in den Keller – und was hormonelle Schwankungen mit der Stimmung veranstalten, ist ja allgemein bekannt. Hinzu kommt noch die Trauer. Der einzige Unterschied zum Tod ist, dass man dieses Baby noch nicht kennengelernt hat. Gefühlt aber alle Mal…

Ich möchte dir vorab einige Empfehlungen geben, wenn du gerade eine Fehlgeburt erlitten hast:

  • Schenke dir Zeit: um zu trauern und um wieder zu dir zu kommen: meist dauert es 3 Monate, bis sich die Hormonlage wieder eingependelt hat und bis du die Fehlgeburt seelisch verarbeiten konntest
  • Sprich darüber: suche dir bei engen Vertrauten Trost – warum solltest du nur freudige Ereignisse teilen? Eine gute Freundin ist die, die auch mit dir weinen kann
  • Binde deinen Mann in deine Gefühlswelt ein. Männer trauern anders, sie haben die körperlichen und seelischen Veränderungen nicht gespürt und versuchen oft, in ihrer Hilflosigkeit mit „guten Ratschlägen“ weiter zu helfen. Sag deinem Mann, was du brauchst und sei auch offen für seine Trauer
  • Lass deine Ängste zu – möglicherweise macht dir eine erneute Schwangerschaft Angst. Sprich darüber, schau dir deine Ängste an. Oft werden sie kleiner, wenn man sie zu sich „an den Tisch bittet“
  • Suche dir Hilfe, wenn du deine Trauer nicht selbst bewältigen kannst oder nimm Abschied mit einem Ritual. Manchmal reicht es schon, eine Kerze ins Fenster zu stellen und dem Baby Lebewohl zu sagen. Fließende Tränen sind oft heilsam beim Abschied nehmen. 

Mögliche Ursachen für Fehlgeburtsneigung

Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation erst nach der dritten Fehlgeburt von einer erhöhten Fehlgeburtsneigung (Habituelle Aborte) spricht, empfiehlt es sich, frühzeitig nach einer möglichen Ursache zu suchen. Einige wichtige Ursachen habe ich hier für dich zusammengestellt: 

Gelbkörpermangel 

Der Mangel an Gelbkörper zählt sicherlich zu den wichtigsten Ursachen für eine Fehlgeburt. Schließlich heißt das Gelbkörperhormon „Progesteron“ was übersetzt „für das Tragen“ bedeutet. Gerade dann, wenn du vorher schon unter PMS-Symptomen gelitten hast, oder deine Regelblutung eher klumpig war, liegt der Verdacht einer Gelbkörperschwäche nahe.

Es gibt einige wunderbare Heilpflanzen, die den Gelbkörper stärken, dazu zählen zum Beispiel der Frauenmantel und der Mönchspfeffer. Ebenfalls ist es möglich, den Gelbkörper über bioidentische Hormoncremes zu stärken. Schulmedizinisch gibt es ebenfalls Optionen, wie zum Bespiel der Einsatz eines synthetischen Gelbkörper-Präparats. 

Gelbkörpermangel kann außerdem Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein, in diesem Artikel kannst du mehr darüber lesen, wie du deinen Körper bei Gelbkörpermangel unterstützen kannst.

Erbgutstörungen

Bei der Zellteilung und beim Bau des kleinen Menschleins können schon mal Fehler passieren. Wenn die Schädigung so groß ist, dass das Kind später nicht oder nur sehr eingeschränkt lebensfähig wäre, bricht unser Körper den Bau ab und es kommt zur Fehlgeburt. So schmerzlich das auch ist, ist die Fehlgeburt dann eine ganz natürliche Reaktion zum Schutz von Mutter und Kind.

Hormonelle Störungen

In unserem Körper zirkulieren nicht nur die Geschlechtshormone. Es gibt eine Vielzahl weiterer Hormone, die Einfluss auf unsere Fruchtbarkeit und auch auf eine Fehlgeburt haben können. Dazu zählen Erkrankungen der Schilddrüse, die zum Beispiel die Gelbkörper-Wirkung beeinträchtigen können aber auch der Neben-Schilddrüse, was wiederum zu Gebärmutterkrämpfen führen kann. Auch Frauen mit einer Diabeteserkrankung haben oft ein erhöhtes Risiko. Sprich mit deiner Heilpraktikerin oder Gynäkologin über deine Vorerkrankungen, damit sie für dich einen individuellen Plan erstellen können.

Folsäuremangel

Folsäure in der Schwangerschaft ist in aller Munde. Die meisten Frauen nehmen durch die gute Aufklärung die Folsäure auch bereits ab dem bestehenden Kinderwunsch ein. Eine wichtige Maßnahme, denn die Folsäure verhindert nicht nur den sogenannten „offenen Rücken“, sondern wird auch für die Bildung des Mutterkuchens (Plazenta) benötigt. Viele Frauen leiden in unseren Breitengraden unter einem Folsäuremangel. Manchmal auch trotz Einnahme von Folsäure; denn bei wiederkehrenden Durchfällen oder Entzündungen der Darmschleimhaut kann die Aufnahme und Verwertung beeinträchtigt sein. Gerade bei häufigen Darmproblemen oder gar chronischen Darmkrankheiten ist es daher sehr ratsam, die Folsäure im Blut zu bestimmen.

Störungen in der Blutgerinnung

Gerade dann, wenn die Fehlgeburt erst dann eintritt, wenn schon die ersten Herztöne zu hören waren, oder wenn es sich nicht um die erste Fehlgeburt bei dir handelt, liegt der Verdacht einer Blutgerinnungsstörung – einer sogenannten Trombophilie – nahe. Die häufigsten Gerinnungsstörungen sind die Faktor 5 – Mutation oder auch das Antiphospholipid-Syndrom (APS). Manchmal gibt schon ein einfacher Bluttest Auskunft, in machen Fällen ist jedoch auch ein Gen-Test ratsam. Solltest du in der Vergangenheit an dir Störungen in der Blutgerinnung, z.B. durch eine Thrombose festgestellt haben, sprich hierüber mit deiner Gynäkologin. 

Ein Wort zum Schluss

Manchmal ist die Natur grausam, auch wenn es doch eigentlich zu unserem Schutz passiert. Die gute Nachricht ist: die allermeisten Frauen werden nach einer Fehlgeburt wieder schwanger!

Wichtig ist, du bist nicht schuld! Selbst wenn du nicht an dem Wein genippt hättest, oder deine Ernährung zu 100 % gesund gewesen wäre, oder du nicht gerade einen ganz stressigen Alltag gehabt hättest – wäre die Fehlgeburt unvermeidlich gewesen. In unserer so sehr planbaren Welt ist die Empfängnis und die Erhaltung einer Schwangerschaft immer noch ein Geschenk. Ich wünsche dir von Herzen, dass du dieses Geschenk bald erleben kannst. 

Über die Gastautorin

Ines Hommels ist Heilpraktikerin und Fachtherapeutin für natürliche Frauenheilkunde. In ihrer Praxis in Hamburg betreut sie Frauen aller Altersklassen. Zu ihren Praxisschwerpunkten zählen unter anderem unerfüllter Kinderwunsch, Post Pill Syndrom und PCO. Ihre Liebe gilt der Pflanzenheilkunde. Auch Homöopathie, anthroposophische Medizin, Aromatherapie, TCM und bioidentische Hormone zählen zu ihren Therapieoptionen. Mehr zu ihrer Praxis unter www.frauenheilkunde-hh.de


Quellen:

https://www.netdoktor.de/krankheiten/fehlgeburt/

http://www.saling-institut.de/german/03infomo/01fruehfehl.html

Madejsky, Margret. Das alternative Kinderwunschbuch: Die besten Naturheilkonzepte für die Fruchtbarkeit. Arkana, 2015.