Was hinter wiederkehrenden Fehlgeburten stecken kann

Heutzutage wird häufig immer noch davon ausgegangen, dass eine Fehlgeburt etwas Seltenes ist und nur wenige Frauen von diesem traurigen Schicksalsschlag betroffen sind. Aber wusstest du, dass fast jede dritte Frau in ihrem Leben mindestens eine Fehlgeburt hat?1 Rein statistisch gesehen ist die Fehlgeburt also ein häufiges Ereignis. Man geht davon aus, dass ca. 15-20 % aller von Ärzt:innen festgestellten Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden.1 Also eigentlich doch etwas „ganz Normales“? 

Nicht für die Betroffenen! Wir wissen, dass eine erlittene Fehlgeburt für viele ein traumatisches Erlebnis darstellt. Oft herrscht darüber Sprachlosigkeit, Freund:innen und Familie werden nicht informiert, man selbst ist mit der Situation überfordert und meint, Verdrängung sei der beste Schlüssel zum schnellen Wieder-Funktionieren.

In unserem heutigen Artikel erfährst du, wann man überhaupt von einer Fehlgeburt spricht und welche möglichen Ursachen dahinter stecken können. Damit möchten wir dir ein Stück weit die Angst nehmen, darüber zu sprechen und dich damit auseinander zu setzen. Am Ende geben wir dir noch einige Empfehlungen mit auf den Weg, die dir beim Verkraften einer Fehlgeburt helfen könnten.

Fehlgeburt

Wann spricht man von einer Fehlgeburt?

Von einer Fehlgeburt, im Fachjargon auch Abort bezeichnet, spricht man, wenn eine Schwangerschaft vorzeitig mit der Geburt eines leblosen Neugeborenen endet, dessen Geburtsgewicht unter 500 Gramm liegt. Alle Aborte bis zur 16. Schwangerschaftswoche werden auch Frühabort genannt, während die Fehlgeburten ab der 16. bis zur 24. Schwangerschaftswoche auch als Spätabort klassifiziert werden.

Eine Fehlgeburt kann die verschiedensten Ursachen haben, zu denen du weiter unten mehr erfährst. Grundsätzlich solltest du aber wissen, dass eine Fehlgeburt immer eine Art Schutzmechanismus deines eigenen Körpers ist. Sollte die Schwangerschaft – aus welchen Grund auch immer – gestört sein und sich der Embryo oder Fötus nicht richtig entwickeln, greift die Natur ein und beendet die Schwangerschaft vorzeitig. So traurig die Gefühlslage dahinter auch ist.

Was viele nicht wissen: Wissenschaftler:innen nehmen an, dass ca. die Hälfte aller Fehlgeburten bereits zu einem Zeitpunkt stattfinden, an dem die Schwangerschaft noch gar nicht festgestellt wurde.2 Das heißt, der Abort bleibt unbemerkt! Die Erklärung dahinter liegt darin, dass bereits die Hälfte aller befruchteter Eizellen selbst vom Körper aussortiert werden, bevor überhaupt eine Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut erfolgte. Den Hauptgrund findet man in der Genetik: Störungen des Erbguts sollen dafür verantwortlich sein, dass ein entstehender Embryo nicht überleben könnte. Und unser Körper ist schlau genug, das frühzeitig zu erkennen! Glücklicherweise wissen ein Großteil der Frauen zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht, dass eine Befruchtung stattgefunden hat und bemerken so die Fehlgeburt nicht. Der Abgang erfolgt dann kurze Zeit nach Befruchtung und wird als regulär oder leicht verspätet eintretende Regelblutung interpretiert. Würde man diese Zahlen in die durchschnittliche Fehlgeburtsrate mit einberechnen, wären die Zahlen noch deutlich höher. Du merkst also: Eine Fehlgeburt ist nichts Seltenes.

Fehlgeburten direkt nach Befruchtung

Welche verschiedenen Arten einer Fehlgeburt kann man unterscheiden?

Wie das in der Medizin so ist, ist Fehlgeburt nicht gleich Fehlgeburt! Der Übersicht halber möchten wir dir hier die verschiedenen Arten eines Abortes vorstellen. Denn es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass einer der folgenden Begriffe bei deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin genannt wird.

Abortus imminens – die drohende Fehlgeburt

Bei einem Abortus imminens droht eine bevorstehende Fehlgeburt, die aber zu diesem Zeitpunkt theoretisch noch aufgehalten werden kann! Denn das Gute ist: Die Schwangerschaft ist noch intakt und zeitgerecht entwickelt. Herztöne und mögliche Kindsbewegungen sind gut darstellbar. Aber es gibt dennoch Anzeichen, die eine sich entwickelnde Fehlgeburt vermuten lassen. In den meisten Fällen ist das eine vaginale Blutung. Dann ist es wichtig, sich körperlich zu schonen und Bettruhe zu halten. Ärzt:innen empfehlen außerdem unter Umständen eine Überwachung im Krankenhaus, bis die Blutung aufhört.

Abortus incipiens – die beginnende Fehlgeburt

Auch ein Abortus incipiens kann sich in vaginalen Blutungen und ggf. Unterleibsschmerzen bemerkbar machen. Der Unterschied zur drohenden Fehlgeburt ist aber, dass die Schwangerschaftsanlage bereits gestört ist. Lebenszeichen des Embryos oder Fötus fehlen oder sind nicht mehr richtig im Ultraschall darstellbar. Zu diesem Zeitpunkt kann auch der Muttermund schon teilweise geöffnet sein, da eine Abstoßung des Embryos bzw. Fötus beginnt. Leider kann die beginnende Fehlgeburt nicht mehr aufgehalten werden.

Missed Abortion – die verhaltende Fehlgeburt

Eine verhaltene Fehlgeburt (Missed Abortion) kommt meist plötzlich und komplett unerwartet, weil sie sich durch keinerlei Symptome wie Blutungen ankündigt. Häufig wird sie bei der regulären Schwangerenvorsorge beim Frauenarzt oder bei der Frauenärztin diagnostiziert. Bei dieser Form der Fehlgeburt verbleibt der abgestorbene Embryo oder Fötus in der Gebärmutterhöhle ohne den Versuch der Abstoßung. Lediglich in der Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, dass kein Herzschlag mehr vorhanden ist oder dass sich die Schwangerschaftsanlage nicht zeitgerecht entwickelt oder weiter wächst. Je nach Schwangerschaftswoche wird entschieden, ob der Embryo oder Fötus noch selbst vom Körper abgestoßen wird oder ob er beispielsweise mittels Ausschabung entfernt werden muss.

Abortus incompletus – die unvollständige Fehlgeburt

Abortus completus – die vollständige Fehlgeburt

Im Gegensatz zur gerade beschriebenen Form ist beim Abortus completus die Ausstoßung bereits vollständig erfolgt. Auch im Ultraschall lassen sich keine Schwangerschaftsreste mehr darstellen. Diese Form der Fehlgeburt ist wünschenswert, da hier meist keinerlei medizinische Intervention stattfinden muss.

Habitueller Abort – die erhöhte Fehlgeburtsneigung

Von einer erhöhten Fehlgeburtsneigung, sprich einem sogenannten habituellen Abort ist die Rede, wenn bereits 3 oder mehr aufeinanderfolgende Fehlgeburten vor der 20. Schwangerschaftswoche aufgetreten sind. Gerade eine Fehlgeburtsneigung kann sehr an der Psyche nagen. Umso wichtiger ist es, sich Hilfe zu holen und sich frühzeitig auf die Suche nach möglichen Ursachen zu begeben.

Gerne auch schon, bevor die Diagnose „Habitueller Abort“ steht, sodass die eigene Psyche möglicherweise nicht ganz so arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Jede betroffene Frau kann sich auch schon eher in einer Kinderwunschklinik vorstellen und einfordern, dass der Fehlgeburtsneigung auf den Grund gegangen wird. Die Kostenfrage ist hier natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Falls du dich mehr für dieses Thema rund um’s Kinderwunschzentrum interessierst, schau doch mal hier vorbei.

Welche möglichen Ursachen können sich hinter einer Fehlgeburt verstecken?

Eine Fehlgeburt kann sehr belastend sein. Oft stellt sich dann die Frage, wieso es gerade einen selbst trifft. Doch diese Frage ist nicht immer so leicht zu beantworten, denn die Ursachen für einen Abort sind vielfältig und häufig auch nicht so leicht zu finden.

Dennoch haben wir dir hier eine Liste möglicher Ursachen zusammengestellt, die du mit Hilfe erfahrener Ärzte oder Ärztinnen einmal überprüfen solltest.

Erbgutstörungen

Erbgutstörungen als Ursache von Fehlgeburten

Bei der Zellteilung und beim Bau eines kleinen Menschen können schon mal Fehler passieren. Wenn die Schädigung so groß ist, dass das Kind später nicht oder nur sehr eingeschränkt lebensfähig wäre, bricht unser Körper den Bau ab und es kommt zur Fehlgeburt. Unser Körper hat also eine Art Schutzmechanismus eingebaut.

Und zu solchen Chromosomenaberrationen kommt es häufiger, als man denkt: Im ersten Schwangerschaftsdrittel werden bis zu 70% der Fehlgeburten durch einen Chromosomendefekt ausgelöst.3 Damit nehmen sie die Hauptursache unter den Gründen für eine Fehlgeburt ein.

Gelbkörperschwäche 

Die Gelbkörperschwäche, oder auch Lutealinsuffizienz genannt, ist eine wichtige mögliche Ursache für eine Fehlgeburt. Eine Gelbkörperschwäche bezeichnet eine Schwäche der Eierstöcke, das nötige Schwangerschaftshormon Progesteron ausreichend zu bilden. Schließlich heißt das Gelbkörperhormon nicht umsonst „Progesteron“, was übersetzt „für das Tragen/für die Schwangerschaft“ bedeutet. Für eine Schwangerschaft ist ein ausreichender Progesteronspiegel unverzichtbar, denn dieses Hormon sorgt dafür, dass optimale Bedingungen für das Einnisten der befruchteten Eizelle geschaffen werden und sich die Gebärmutterschleimhaut nicht vorzeitig wieder abbaut. Durch diesen Einfluss wird eine Schwangerschaft quasi erhalten. Im Rahmen einer Gelbkörperschwäche kann es passieren, dass es zu Blutungen und einer Fehlgeburt kommt.

Gerade dann, wenn du vorher schon unter PMS-Symptomen gelitten hast oder deine Regelblutung eher klumpig war, kann der Verdacht einer Gelbkörperschwäche nahe liegen.

Es gibt einige wunderbare Heilpflanzen, die den Gelbkörper stärken können, dazu zählen zum Beispiel der Frauenmantel und der Mönchspfeffer. Ebenfalls ist es möglich, den Gelbkörper über bioidentische Hormoncremes zu stärken. Schulmedizinisch gibt es ebenfalls Optionen wie zum Bespiel den Einsatz eines synthetischen Gelbkörper-Präparats. 

Frauenmantel bei Gelbkörperschwäche

Eine Gelbkörperschwäche kann außerdem Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein, in diesem Artikel kannst du mehr darüber lesen, wie du deinen Körper hierbei unterstützen kannst.

Weitere hormonelle Störungen

In unserem Körper zirkulieren nicht nur die Geschlechtshormone. Es gibt eine Vielzahl weiterer Hormone, die Einfluss auf unsere Fruchtbarkeit und auch auf eine Fehlgeburt haben können. Dazu zählen Erkrankungen der Schilddrüse, die zum Beispiel die Gelbkörper-Wirkung beeinträchtigen können, aber auch der Nebenschilddrüse, was wiederum zu Gebärmutterkrämpfen führen kann. Auch Frauen mit einem Diabetes mellitus haben oft ein erhöhtes Risiko, eine Schwangerschaft nicht austragen zu können. Sprich unbedingt mit deiner/m Heilpraktiker:in oder Gynäkolog:in über deine Vorerkrankungen, damit sie für dich einen individuellen Plan erstellen können.

Folsäuremangel

Folsäure in der Schwangerschaft ist in aller Munde. Die meisten Frauen nehmen durch die gute Aufklärung die Folsäure auch bereits ab dem bestehenden Kinderwunsch ein (idealerweise schon 2-3 Monate vor Eintritt einer Schwangerschaft). Eine wichtige Maßnahme, denn die Folsäure verhindert nicht nur den sogenannten „offenen Rücken“, sondern wird auch für die Bildung des Mutterkuchens (Plazenta) benötigt. Viele Frauen leiden in unseren Breitengraden unter einem Folsäuremangel. Manchmal auch trotz Einnahme von Folsäure; denn bei wiederkehrenden Durchfällen oder Entzündungen der Darmschleimhaut kann die Aufnahme und Verwertung beeinträchtigt sein. Außerdem kann ungefähr jede zweite Frau aufgrund einer genetischen Disposition normale Folsäure nicht in die bio-wirksamen Form umwandeln. Deshalb ist es sinnvoll Präparate mit der bereits bio-wirksamen Variante Metafolin (5-MTHF) einzunehmen.

Störungen in der Blutgerinnung

Gerade dann, wenn die Fehlgeburt erst dann eintritt, wenn schon die ersten Herztöne zu hören waren oder wenn es sich nicht um die erste Fehlgeburt bei dir handelt, liegt der Verdacht einer Blutgerinnungsstörung nahe. Die häufigsten Gerinnungsstörungen, die mit einer für eine Fehlgeburt relevanten Thromboseneigung einhergehen, sind die Faktor 5 – Mutation oder auch das Antiphospholipid-Syndrom (APS). Manchmal gibt schon ein einfacher Bluttest Auskunft, in machen Fällen ist jedoch auch ein Gen-Test ratsam. Solltest du in der Vergangenheit an dir Störungen in der Blutgerinnung, z.B. durch eine Thrombose festgestellt haben, sprich hierüber mit deiner/m Gynäkolog:in. 

Welche andere Faktoren können eine Fehlgeburt begünstigen?

Mythos Alter

Sicher hast du schon einmal davon gehört, dass das Alter der Frau eine entscheidende Rolle für das Entstehen und den Verlauf einer Schwangerschaft spielt. Klar, ab einem gewissen Alter stellen unsere Eierstöcke ihre reproduzierende Fähigkeiten ein. Doch dem großen Mythos, dass spätestens ab 30. das Kinderkriegen zum dramatischen Akt wird, können wir nur bedingt zustimmen, denn die Zahlen, die diese These unterstützen, sind ziemlich überholt. Lass uns hier klären, warum!

Viele der angstmachenden Zahlen stammen aus der Reproduktionsmedizin, darunter fallen insbesondere die Kinderwunschzentren & -kliniken. Hier ist es viel einfacher, Zahlen zu erheben, denn es entsteht automatisch ein gut zu kontrollierender Raum aus einander ähnelnden „Probandinnen“. Viele Paare begeben sich relativ spät in eine Kinderwunschbehandlung, besteht doch noch lange die Hoffnung, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Dies ist ein Ansatz, der erklären kann, inwieweit der Faktor „Alter“ in diesen Studien beeinflusst ist.

Tatsächlich stimmt es auch, dass die Eizellen jüngerer Frauen besser auf die hormonelle Behandlung in einer Kinderwunschklinik ansprechen. 42 Prozent der Frauen unter 35 bekommen durch eine IVF tatsächlich ein Kind – doch nur 27 Prozent der über 35-Jährigen und nur 12 Prozent der über 40-Jährigen. Genau diese Statistiken werden aber häufig zitiert, wenn es heißt, dass die Fruchtbarkeit im Alter generell erheblich abnähme. Dabei sind es nur ca. drei Prozent der Kinder, die in Deutschland durch eine künstliche Befruchtung zur Welt kommen. So kommt es also, dass von der Reproduktionsmedizin einfach auf weitere Bereiche geschlossen wird, ohne wirklich Daten erhoben zu haben. 2

Neuere Datenerhebungen dagegen haben herausgefunden, dass sich die Fruchtbarkeit von Frauen im Alter von 20-40 Jahren nicht sonderlich stark voneinander unterscheidet. Im Gegenteil, neueste Zahlen geben Hoffnung: Die heutige Fruchtbarkeit hat ihren Höhepunkt im Alter von 30 Jahren – das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer! Wow, ist das nicht eine Erleichterung? Wortwörtlich bedeutet das, dass ein allmählicher Rückgang der Fruchtbarkeit bei Frauen erst ab dem Alter von 35 Jahren beobachtet werden kann. Denn selbst bei den 35- bis 40-Jährigen wurden 78 Prozent innerhalb eines Jahres schwanger. Unter den 20- bis 34-Jährigen waren es kaum mehr: 84 Prozent. Wie oben erwähnt wurden diese Zahlen nicht in Kinderwunschkliniken erhoben, sondern rein statistisch unter denjenigen erfasst, die innerhalb eines Jahres schwanger wurden. 3

Stress

Dass Stress nicht gut für unsere körperliche und psychische Verfassung ist, haben wir bereits an vielen Stellen beschrieben. Und so kann extrem starker Stress eben auch eine Fehlgeburt begünstigen. Doch keine Angst! Viele Frauen werfen sich oft vor, sie hätten in der Schwangerschaft alles langsamer und ruhiger angehen sollen, dann hätten sie die Fehlgeburt auch vermeiden können. Leichter Alltagsstress, wie wir ihn alle mal mehr oder weniger erfahren, führt nicht zu einer Fehlgeburt! Dazu ist schon starker, dauerhafter körperlicher oder emotionaler Stress oder enormer Schlafmangel notwendig.

Dennoch gibt es eine Menge Möglichkeiten, Stress zu reduzieren und dir mehr Zeit für dich, deinen Körper und dein kleines Wunder im Bauch zu nehmen. Hast du es schon einmal mit meditieren probiert? Tägliche Entspannungszeiten am Morgen oder Abend können dir helfen, zu dir zu finden und dich erholsam zu entschleunigen. Auch Yoga kann dazu beitragen und hält den Kreislauf auf Schwung.

Sinnvoll ist es auch, dem emotionalen Stress gelassen zu begegnen. Gerade beim Thema Fehlgeburten. Natürlich besteht nach einer oder sogar mehren Fehlgeburten die Angst, die Schwangerschaft beim nächsten Mal wieder zu verlieren. Doch wenn wir immer nur daran denken und uns das Schlimmste ausmalen, übersehen wir schnell all die schönen und positiven Dinge. Widme dich also den Dingen, die dir Freude bereiten und versuche, dich nicht von der Angst überrennen zu lassen. Natürlich ist es wichtig, die eigenen Ängste zuzulassen und darüber zu sprechen, aber versuche eine für dich passende Balance zwischen berechtigter Sorge und optimistischer Zuversicht zu finden.

Drogen, Alkohol und Medikamente

Dass man von Drogen, Zigaretten und Alkohol in der Schwangerschaft die Finger lassen sollte, ist überall bekannt. Der Konsum dieser Genussmittel kann zu schwerwiegenden körperlichen Fehlbildungen oder auch geistigen Behinderungen führen und im schlimmsten Falle sogar eine Fehlgeburt auslösen. Aber auch bestimmte Medikamentengruppen können für den Embryo/Fötus schädlich sein. Solltest du also regelmäßig Medikamente einnehmen, dann besprich das in jedem Fall mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin. Für jedes Medikament gibt es auch eine Alternative, die ohne Bedenken während der Schwangerschaft eingenommen werden kann.

So sollte beispielsweise das gängige Schmerzmittel Ibuprofen ab der 28. Schwangerschaftswoche nicht mehr eingenommen werden, da es zu einem vorzeitigen Schluss des Ductus arteriosus botalli beim Kind führen kann. Weil der Fötus im Mutterleib noch von seiner Mutter mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird und nicht selbstständig atmet, dient der Ductus arteriosus Botalli dazu, das Blut weitgehend am Lungenkreislauf vorbei zu leiten. Außerdem kann Ibuprofen die Uteruskontraktilität einschränken, die aber für eine natürlich ablaufende Geburt sehr wichtig ist. Alternativ wird ab dem 3. Trimester Paracetamol empfohlen, wobei auch hier Fragen bezüglich eines Zusammenhangs mit der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und ADHS beim Kind bestehen. Allerdings muss man hier schon sehr viel Paracetamol zu sich genommen haben, um einen Zusammenhang sehen zu können, nämlich an mehr als 29 Tagen im letzten Schwangerschaftsdrittel. 4

Wie gehe ich mit einer Fehlgeburt um?

Wir haben hier einige Empfehlungen für dich, wenn du gerade eine Fehlgeburt erlitten hast:

  • Schenke dir Zeit. Zeit zu trauern und um wieder zu dir zu kommen: Meist dauert es 3 Monate, bis sich die Hormonlage wieder eingependelt hat und bis du die Fehlgeburt seelisch verarbeiten konntest. Aber vielleicht geht es bei dir auch schneller oder du brauchst länger, um das Erlebte zu verarbeiten.
  • Sprich darüber: Suche dir bei engen Vertrauten Trost – warum solltest du nur freudige Ereignisse teilen? Eine gute Freundschaft ist die, die auch mit dir weinen kann.
  • Binde deine:n Partner:in in deine Gefühlswelt ein. Diejenigen, die nicht das Baby in sich trugen, trauern meist anders, sie haben die körperlichen und seelischen Veränderungen nicht gespürt und versuchen oft, in ihrer Hilflosigkeit mit „guten Ratschlägen“ weiter zu helfen. Sag deiner/m Partner:in, was du brauchst und sei auch offen für eine andere Art von Trauer.
  • Lass deine Ängste zu – möglicherweise macht dir eine erneute Schwangerschaft Angst. Sprich darüber, schau dir deine Ängste an. Oft werden sie kleiner, wenn man sie zu sich „an den Tisch bittet“.
  • Suche dir Hilfe, wenn du deine Trauer nicht selbst bewältigen kannst oder nimm Abschied mit einem Ritual. Manchmal reicht es schon, eine Kerze ins Fenster zu stellen und dem Baby Lebewohl zu sagen. Fließende Tränen sind oft heilsam beim Abschiednehmen. 
orange pumpkin on window during daytime

Ein Wort zum Schluss

Die Natur kann manchmal grausam sein. Doch du solltest immer im Hinterkopf behalten, dass eine Fehlgeburt eigentlich zum eigenen Schutz passiert. Wir wissen, dass das nicht so leicht ist, besonders wenn man selbst betroffen ist. Doch die gute Nachricht ist: Die allermeisten Frauen werden nach einer Fehlgeburt wieder schwanger!

Du weißt jetzt, welche Auslöser und Risikofaktoren hinter einer Fehlgeburt stecken können. Doch vergiss nicht: Genauso wie jeder weibliche Körper anders ist, ist auch jede Schwangerschaft anders. Aus diesem Grund solltest du dich also nicht von Zahlen oder Statistiken verunsichern lassen. Suche Rat bei deiner Ärztin oder deinem Arzt des Vertrauens und gehe mit ihr/ihm gemeinsam die Liste möglicher Ursachen durch.

Das Wichtigste: Stecke also den Kopf nicht in den Sand und gib nicht auf! Vor allem aber darfst du dir nicht selbst die Schuld daran geben. Auch wenn du vielleicht einen nicht ganz so stressigen Alltag gehabt hättest oder wenn deine Ernährung zu 100% gesund gewesen wäre, eine Fehlgeburt hätte dennoch passieren können. In unserer heutigen so sehr planbaren Welt ist die Empfängnis und die Erhaltung einer Schwangerschaft immer noch ein Geschenk. Und wir wünschen dir von Herzen, dass du dieses Geschenk bald erleben kannst. 

Unter Mitwirken von Co-Autorin Ines Hommels.

Ines Hommels ist Heilpraktikerin und Fachtherapeutin für natürliche Frauenheilkunde. In ihrer Praxis in Hamburg betreut sie Frauen aller Altersklassen. Zu ihren Praxisschwerpunkten zählen unter anderem unerfüllter Kinderwunsch, Post Pill Syndrom und PCO. Ihre Liebe gilt der Pflanzenheilkunde. Auch Homöopathie, anthroposophische Medizin, Aromatherapie, TCM und bioidentische Hormone zählen zu ihren Therapieoptionen. Mehr zu ihrer Praxis unter www.frauenheilkunde-hh.de


Quellen:

(1) https://next.amboss.com/de/article/gO0F7T#Z0f8fa840dbe37cd5d0195886772387f4

(2) Christine Biermann und Ralph Raben: Ein Kind mit 40? Vor- und Nachteile später Schwangerschaft, Kreuz Verlag

(3) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28917614/

(4) https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-021-00754-4#citeas

Warum Eizellen mit dem Alter baufällig werden | Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (mpg.de)

http://www.saling-institut.de/german/03infomo/01fruehfehl.html

Madejsky, Margret. Das alternative Kinderwunschbuch: Die besten Naturheilkonzepte für die Fruchtbarkeit. Arkana, 2015.

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