Umwelteinflüsse und deine Hormone

Deine Hormone regeln als Botschafter und Kuriere in deinem Körper eine Vielzahl an Stoffwechselprozessen. Sie sind verantwortlich für deine Laune, deinen Wach-Schlaf-Rhythmus, deinen Zyklus, deinem Lustempfinden und vielem mehr. Deine Hormone sind perfekt aufeinander abgestimmt, können jedoch beeinflusst werden. Das hat eine gute und eine schlechte Seite.

Diverse Umwelteinflüsse haben Einfluss auf dein Hormonsystem.

In dem Artikel 5 natürliche Wege deinen Hormonhaushalt zu unterstützten, findest du Tipps und Tricks für deine Hormonbalance. Die andere Seite kann bedeuten, dass deine Umwelt deinen Hormonhaushalt beeinflusst, ohne dass du es sofort bemerkst.

Weichmacher in Kunststoffen, Rückstände von Medikamenten im Trinkwasser, Pflanzeninhaltstoffe mit hormonähnlicher Wirkung – dies sind nur einige Faktoren, die deiner Gesundheit schaden können. Umweltprobleme sind also Gesundheitsprobleme.

Hier listen wir einige Umweltgifte auf und erklären kurz, was du tun kannst, um zu verhindern, dass sie deinen Hormonhaushalt und deinen Körper zu sehr beeinflussen.


Dein Wasser – Bitterer Beigeschmack oder Quelle des Lebens?

Über die Dinge, die du isst und trinkst können Mikroorganismen oder chemische Stoffe in deinen Körper gelangen und dein Hormonsystem beeinflussen. 

Zum einen ist in deinem Trinkwasser das Schwermetall Blei zu finden. Fast immer liegt eine Bleibelastung an veralteten Wasserleitungen. Denn bis vor rund 100 Jahren wurden dafür zum Teil Bleirohre verwendet. Blei ist ein Nerven- und Blutgift und schadet deinem Körper, weil es nicht abgebaut wird. 

Durch Überdüngung und Schädlingsbekämpfungsmittel aus der Landwirtschaft sinken Giftstoffe ins Grundwasser. Vor allem Nitrat aus Düngemitteln ist gut wasserlöslich. Es wird im Magen zu Nitrit umgewandelt. Dieses zerstört den roten Blutfarbstoff, der dann keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Nitrit reagiert außerdem mit Nahrungsbestandteilen zu Nitrosaminen, die als krebserregend gelten.

Wenn wir Medikamente zu uns nehmen, wird ein Teil der Stoffe über unseren Toilettengang wieder ausgeschieden und landen – du ahnst es – ebenfalls im Grundwasser. Die Hormon- und Arzneimittelkonzentration ist in den letzten Jahren im Grundwasser gestiegen. Vielfach kann hier das Hormon Östrogen nachgewiesen werden. Du fragst dich, wie das in unser Grundwasser gelangt? Ganz einfach, Frauen, die die Antibabypille nehmen, scheiden über Stuhl und Urin kleine Mengen Östrogen aus, dass sich dann im Wasser ansammelt.

Was kannst du für dich tun?

Abhilfe schafft ein Aktivkohlefilter oder eine Osmoseumkehranlage. Sie filtern dein Trinkwasser.

Wasser ist Leben!

Deine Ernährung – Lebensmitteln auf den Zahn fühlen!

Kaufe wenn möglich Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft, denn diese enthalten weniger Giftstoffe (Pestizide). Obst und Gemüse müssen “duften” und dürfen keine klebrige Oberfläche aufweisen. Natürlich solltest du sie dennoch immer gut abwaschen.

Nikotin, Kaffee und Alkohol solltest du meiden, da diese Stoffe Stresshormone wie Cortisol produzieren und Stimmungsschwankungen begünstigen.

Schwermetalle und Pestizide nehmen wir leider auch durch tierische Nahrungsquellen wie Fisch oder Fleisch zu uns. Die darin enthaltenen Stoffe wirken zum Beispiel negativ auf deine Nebenniere, Hypophyse und den Hypothalamus.

Das Schwermetall Aluminium kommt natürlicherweise in einigen Nahrungsmitteln vor. Über Kartoffeln, Kakao oder Karotten gelangt es in deinen Körper. In diesen natürliche  Mengen ist Aluminium harmlos. Gefährlich ist zugesetztes Aluminium, dass keinen Hinweis auf dem Etikett haben muss. Aluminium findet sich vor allem in bunten Süßigkeiten, wie z.B. Schokolinsen. Ein Hinweis auf Aluminium geben dir die E-Nummern. Aber wer weiß schon was sich dahinter verbirgt?

Zu allem Überfluss findest du Aluminium in vielen Verpackungen, Alufolie, Beschichtung von Pfannen und Kaffeekapseln. Als Trennmittel ist es weniger auffällig in Soßenpulver und Tütensuppen beigesetzt.

Was macht nun das chemisch zugesetzte Aluminium mit deinem Körper? Es wirkt ähnlich wie Östrogen. Heute ist wissenschaftlich bewiesen, dass es die Geschlechtsfunktion stören kann.

Nimmt dein Körper zu viel Aluminium auf, können Hirnerkrankungen und Alzheimer die Folge sein.

In der konventionellen Tiermast werden viele Hormone eingesetzt. Diese gelangen beim Verzehr der Tiere in deinen Körper.

Was kannst du für dich tun?

Wähle also lieber Fleisch aus ökologischer Erzeugung. Ganz kannst du die Östrogenaufnahme auch hier nicht verhindern, denn die Tiere nehmen über das Grundwasser ebenfalls eine gewisse Menge an Östrogenen auf.

Obst und Gemüse müssen "duften" und dürfen keine klebrige Oberfläche aufweisen

Hormonwirksame Substanzen in Kosmetik und Pflegeprodukten 

Die meisten Inhaltsstoffe deiner Kosmetik sind Wasser, Füllstoffe, chemische Emulgatoren und Konservierungsstoffe. Gerade einmal ein bis drei Prozent deiner teuren Creme aus der Parfümerie sind Wirkstoffe! Alle Kosmetikprodukte, die bei uns über die Theke gehen, müssen aufgrund der langen Lieferkette eine sehr lange Haltbarkeit aufweisen. Und genau hier liegt das Problem. Die zugesetzten chemischen Konservierungsstoffe können Allergien auslösen und werden mit der Krebsentstehung in Verbindung gebracht.

Ein häufig genutzter Konservierungsstoff, der zu den Umweltöstrogenen zählt ist Paraben. Leider hilft es dir hier auch nicht, Produkte von den Marktführern zu kaufen. Diese sind laut einer Studie des BUND von 2013 ebenfalls mit diesem und weiteren Chemikalien belastet.

Was kannst du für dich tun?

Naturkosmetik wird strenger geprüft und enthält deutlich weniger Konservierungsstoffe. Frage dich selbst, ob es zum Beispiel nicht auch ein Stück hochwertige Naturseife anstatt eine Duschgels tut? So lebst du umweltbewusst, denn du sparst an der Verpackung. Außerdem enthält Duschgel beispielsweise einen Großteil Wasser. Dieses wäre ohne Konservierungsstoffe nicht sehr lange haltbar.

Vorsicht vor hormonwirksamen Substanzen in Kosmetik und Pflegeprodukten.

Natürliche Entgiftung über deine Organe

Wie du siehst, wirken eine Vielzahl an Umweltfaktoren auf dein Hormonsystem. Aber dein Körper hat seine eigene Entgiftungsanlage – deine Organe! 

Deine Leber verstoffwechselt Nahrung, filtert Giftstoffe und belastende Substanzen heraus und gibt die aufgenommenen Nährstoffe an den Körper ab, in der richtigen Menge zur richtigen Zeit.

Deine Lymphen reinigen über das lymphatische System deinen Körper von Bakterien und Fremdkörpern.

Dein Darm ist für die Aufnahme aller lebenswichtiger Nährstoffe verantwortlich und für die Entsorgung von Schlacken und Abfällen. Dafür benötigt er eine ausreichende Einnahme von Wasser – also immer viel Trinken!

Deine Nieren produzieren den Urin, den du täglich ausscheidest. Hierdurch gelangt eine Menge an Gift- und Abfallstoffen aus deinem Körper heraus.

Deine Haut ist das größte Organ deines Körpers. Indem du deinen Körper immer wieder zum Schwitzen bringst, unterstützt du einen ganz natürlichen Reinigungsprozess.

Der Körper kann über seine Organe wie zum Beispiel die Haut entgiften.

Fazit – Kleine Dinge haben eine große Wirkung

Mit Kräutern, regelmäßiger Bewegung, gefiltertem Wasser und Naturkosmetik kannst du deinen Körper unterstützen, die schädlichen Fremdstoffe wieder los zu werden.

Zum Schluss noch ein Suppen-Detox für das gute Gewissen

Rezept für eine leckere grüne Suppe, die dich beim Entgiften unterstützt:

Zutaten

1 El natives Olivenöl

2 Stangen Porree, zerkleinert

1 Zwiebel, gehackt

3 Knoblauchzehen, grob gehakt

1 Bündel Spargel, grob zerkleinert

1 kleiner Brokkoli, grob zerkleinert

2 Zucchini, grob zerkleinert

1 große Kartoffel, zerkleinert

2 Handvoll Kräuter (Petersilie, Minze)

1 Liter Bio-Hühnerbrühe

280g tiefgefrorene grüne Erbsen

1 Handvoll junge Spinatblätter plus 5-6 Blätter zum Garnieren

1 EL Ricotta zum Garnieren

5 geröstete Mandeln, grob gehackt, zum Garnieren 

Anleitung

Olivenöl in einer schweren Bratpfanne mit dickem Boden erhitzen, Porree, Zwiebel und Knoblauch zugeben und einige Minuten weich dünsten. 

Mit Salz und Pfeffer würzen.

Alle Zutaten außer Erbsen und Spinat zugeben. Mit Wasser bis 3cm über dem Gemüse auffüllen. Zum Kochen bringen, dann etwa 30 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Erben und Spinat zugeben und weitere 2 Minuten kochen. Cremig pürieren.

Vor dem Servieren mit dem cremigen Ricotta, Spinatblättern und gerösteten Mandeln garnieren.

Guten Appetit!


Quellen

Fornoff, Bettina. Hormone in Balance. Leitfaden für Frauen. Lotte-Verlag, 2016.

Kirkpatrick, Belinda, Johnstone, Ainsley. Heilende Hormone. Hormonfreundliche Ernährung & naturheilkundlicher Rat für einen harmonischen Zyklus. Südwest, 2019.

https://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen_und_antworten_zu_endokrinen_disruptoren.pdf

https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/umwelteinfluesse-auf-die-gesundheit/