Depressive Verstimmungen und Hormone: Wie hängt das zusammen?

Hormone: Taktgeberinnen unseres Lebens. Sie bestimmen wichtige Prozesse, wie etwa Hunger, Sättigung, die Lust auf Sex (Libido), den weiblichen Zyklus und viele mehr. Geraten die Hormone aus ihrem natürlichen Gleichgewicht, kann Frau mit den verschiedensten Beschwerden geplagt werden, wie z.B. PMS, Gewichtszunahme, Erschöpfung und Schlafstörungen. Die Liste ist lang und immer wieder hört man den Ausdruck “depressive Verstimmungen“, die besonders häufig in Zeiten eines hormonellen Umbruchs oder bei Dysbalancen vorkommen sollen. Die Frage liegt daher nahe: Inwiefern beeinflussen Hormone unsere psychische Gesundheit? Welche Rolle können sie in der Entwicklung einer depressiven Verstimmung spielen?

Titelbild depressive Verstimmungen

Was steckt hinter depressiven Verstimmungen?

Hand aufs Herz: Jede*r hat mal einen schlechten Tag oder ist mal niedergeschlagen. Und das ist auch völlig in Ordnung und “normal”. Was aber, wenn sich eine andauernde und depressive Verstimmung in unserem Leben breit macht?

Lasst uns zu Beginn klären, was man überhaupt unter einer depressiven Verstimmung versteht:

Depressiv kommt vom lateinischen Wort “deprimere“, was so viele bedeutet wie “niedergedrückt” – also eine niedergedrückte (Ver-)Stimmung. Das heißt aber noch lange nicht, dass dies das einzige Symptom einer depressiven Verstimmung ist. Hinzukommen können z.B.:

  • (Dauerhafte) Erschöpfung / Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopf- und/oder Bauchschmerzen
  • Übelkeit und/oder Appetitlosigkeit

Viele Menschen erleben hin und wieder Phasen, in denen es ihnen so geht. Wichtig ist es allerdings, diese Phasen im Leben von einer ausgeprägten Depression zu differenzieren!

Verstimmung vs. Depression

Du findest dich aktuell in dem ein oder anderen Symptom wieder und du hast Sorge an einer Depression zu leiden? Sind depressive Verstimmungen und Depression ein und dasselbe? Die Antwort darauf ist Nein. Die depressive Verstimmung ist vielmehr ein Symptom der Depression. Zwar gibt es einige Autoren, die depressive Verstimmungen bereits als eine leichte Depression ansehen, allerdings muss man hier genau differenzieren. Im ICD-10, dem Internationalen Klassifikationssystem von Krankheiten, sind depressive Verstimmungen nicht explizit erwähnt. Hinzu kommt, dass man für eine handfeste Depression verschiedene Kriterien (z.B. eine bestimmte Anzahl an Symptomen) “erfüllen” muss. Depressive Verstimmungen sind zudem meist von kürzerer Dauer und nicht so tiefgreifend wie eine tiefgreifende Depression. Die Diagnose darf auch nur von einem Arzt / einer Ärztin, Facharzt/Fachärztin (z.B. Psychiater*in) oder einem psychologischen Psychotherapeuten gestellt werden.

Da das nun geklärt ist, lass uns nun anschauen, wie depressive Verstimmungen überhaupt entstehen:

Entstehung

In der Medizin gibt es hierzu verschiedene Erklärungsmodelle. Die gängigste Hypothese besagt jedoch, dass ein biologisches Ungleichgewicht in den Nervenzellen des Gehirns zugrunde liegt. Was das bedeutet, möchten wir dir mit einem Beispiel veranschaulichen:

Du musst dir dein Nervensystem wie ein großes Computernetzwerk vorstellen, welches aus Millionen einzelner Computer besteht. Das sind deine Nervenzellen, welche alle miteinander verbunden sind. Ohne Pause werden alle Daten (also Empfindungen/Reize) gesammelt, untereinander ausgetauscht und weitergeleitet. Ziel ist die oberste Chef-Etage: Hier sitzt das Gehirn, welches für die Verarbeitung dieser Daten (Reize) zuständig ist. Liegt in unserem Computernetzwerk nun eine Störung vor, können die wichtigen Daten nicht an die anderen Computer gesendet werden und so fehlen die Informationen dann.

Und so ähnlich ist das mit depressiven Verstimmungen. Damit die Daten übertragen werden können, braucht es vor allem eines: Neurotransmitter und Hormone. Sind diese jedoch in einem Ungleichgewicht oder in einer zu geringen Menge vorhanden, können Eindrücke nicht richtig verarbeitet werden. Das kann Einfluss auf unser Gefühlsleben, Denken und Handeln haben.

Aha! Wir können hier bereits die Bedeutung der Neurotransmitter und Hormonbalance erkennen. Welche Hormone sind denn beteiligt?

Hormone und Psyche: Ein Wechselspiel

Hormone und Psyche

Hormone und Psyche kann als ein andauerndes Wechselspiel gesehen werden. Beides kann nicht voneinander getrennt werden. Wie wir in obigen Beispiel gesehen haben, stehen wir im ständigen Austausch mit unserer Umwelt: Wir nehmen neue Reize auf und reagieren entsprechend. Daher ist es sowohl möglich, dass die Psyche auf die Hormone wirkt, gleichzeitig eine instabile Hormonlage die psychische Gesundheit beeinträchtigt. Welche Hormone sind es, die unser mentales Empfinden beeinflussen?

Dafür erinnern wir uns zunächst einmal an den Ablauf des weiblichen Zyklus:

  • Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Periode. Diese dauert i.d.R. 3-5 Tage.
  • Bis zum Eisprung sprechen wir von der ersten Zyklushälfte. Hier dominieren die Östrogene den weiblichen Körper. Ausgelöst wird der Eisprung durch einen Peak der Hormone FSH (Follikel-Stimulierendes-Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon).
  • Nachdem die Eizelle “gesprungen” ist, bleibt die Hülle zurück. Diese nennt man “Gelbkörper”.
  • Der Gelbkörper produziert nun Progesteron. Im Falle einer Befruchtung, erhält der Gelbkörper bzw. das Progesteron die Schwangerschaft aufrecht.
  • Bleibt eine Schwangerschaft aus, fallen die Hormone nach ca. 14-16 Tagen nach Eisprung rasant ab – daraufhin bekommst du deine Tage und ein neuer Zyklus beginnt.
  • Durchschnittlich dauert der weibliche Zyklus 28-30 Tage.
  • (Jeder Zyklus ist super individuell! Abweichungen sind daher ganz natürlich. Wichtig ist, dass du dich mit deinem Zyklus gut fühlst!)

Wieso ist das für uns wichtig? Nun ja, hier stecken bereits zwei Hauptverantwortliche für unser Wohlbefinden:

Progesteron – Don’t you worry baby!

“Progesteron ist ein Schwangerschaftshormon” – heißt es gerne. Diese Aussage ist zwar korrekt, stellt das Hormon allerdings in den Schatten. Progesteron kann nämlich noch viel mehr!

Progesteron ist unser “Wohlfühlhormon”. Früher dachte man, es sei ein reines Sexualhormon, das nur von den weiblichen Geschlechtsorganen produziert wird. Heute weiß man, dass Progesteron außerdem von den Nebennieren und auch vom Nervensystem selbst gebildet wird. Im Nervensystem kann es modulierend auf verschiedene Hirnregionen wirken. Es wirkt antidepressiv, beruhigend, angstlösend und trägt zu einer verbesserten Stressverarbeitung bei. Ein Progesteronmangel wird dementsprechend häufig mit PMS, Depressionen im Wochenbett oder in den Wechseljahren, Schlafstörungen, sowie Angst- und Panikstörungen in Verbindung gebracht1.

Wusstest du, dass Progesteron früher als Anästhetikum bei Operationen eingesetzt wurde?!

Östrogene – your female energy!

Ja, Östrogene und nicht “das Östrogen”. In unserem Sprachgebrauch geht das meistens unter, aber es handelt sich um eine Gruppe von Hormonen. Die wichtigsten drei Vertreterinnen heißen Östradiol, Östron und Östriol. Falls du schon mal von der Schreibweise mit E (z.B. Estradiol) gelesen hast, so ist es dasselbe wie mit der Schreibweise mit Ö. Das basiert einfach auf dem Englischen.

Die Funktion der Östrogene können recht einfach auf den Punkt gebracht werden: Ohne Östrogene keine Weiblichkeit. Sie sind für die Ausprägung und Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane und Geschlechtsmerkmale (z.B. Brustwachstum, Schambehaarung) verantwortlich. Produziert werden sie überwiegend in den Eierstöcken und auch im Fettgewebe. Männer verfügen ebenfalls über einen geringen Anteil an Östrogenen. Bei ihnen werden sie hauptsächlich in den Hoden gebildet.

Wie ist nun der Einfluss der Östrogene auf unsere Nerven? Östrogene erhöht die Erregbarkeit von Nervenzellen. Dadurch werden sie “aktiver”. Das wiederum führt zu einer Verbesserung der Aufmerksamkeit, des Lernens und Gedächtnisses. Du siehst, dass die Östrogene quasi der Gegenspieler zum entspannenden Progesteron sind. Gleichzeitig schützen die Östrogene auf vielfältige Weise unsere Nervenzellen (z.B. vor Entzündungen, Schädigung, Stress, etc.).

Darüber hinaus stehen die Östrogene in direkter Verbindung zum Serotonin (zu dem wir gleich noch kommen werden). Es sei hier aber schon gesagt, dass die Östrogene die Aktivität von Serotonin im Gehirn erhöhen.

Serotonin – makes me happy!

Serotonin ist ein Botenstoff des zentralen Nervensystems. Es ist wesentlich für unsere Stimmung verantwortlich. Daneben reguliert es den Appetit, den Schlaf und das Schmerzempfinden. Neben z.B. Dopamin und Noradrenalin bezeichnet man Serotonin gerne als “Glückshormon”, da es Wohlempfinden und Glücksgefühle hervorruft und sowohl stimulierend und entspannend als auch schmerzlindernd wirken kann.

Glückshormon vs. depressive Verstimmungen

Ein Serotoninmangel oder eine Störung im Funktionssystem des Serotonins wird häufig mit Depressionen bzw. depressiven Verstimmungen sowie dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) in Verbindung gebracht. Therapeutisch kommt es in seiner Vorstufe (5-HTP) oder in Form von Antidepressiva (den sogenannten “Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern”) zum Einsatz.

Schilddrüsenhormone – your inner motor!

Die Schilddrüse ist ein nur 20 Gramm leichtes Organ, welches unterhalb des Kehlkopfes sitzt. Sie ist unser Energiemotor und hat großen Einfluss auf zahlreiche Regelkreise wie z.B. Kohlenhydrat-, Eiweiß-, Fett- und Muskelstoffwechsel und eben auch das Hormonsystem sowie unsere Gehirnaktivität bzw. Psyche. Das tut sie vor allem durch ihre Hormone T4 (Thyroxin) – die Speicherform und das wichtigste Schilddrüsenhormon – und T3 (Trijodthyronin) – das ist das freie Schilddrüsenhormon. Wenn du mehr Details darüber erfahren willst, schau dir gerne unseren Beitrag zur Schilddrüse an.

Ist das Gleichgewicht der Schilddrüse gestört, kann das zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie des psychischen und körperlichen Wohlbefindens führen.

Cortisol – please don’t stress me!

Cortisol ist ein Hormon der Nebennieren mit zahlreichen wichtigen Funktionen. Primär ist Cortisol ein Stresshormon, welches in Stresssituationen ausgeschüttet wird. Kurzfristig stellt es uns Energie zur Verfügung, indem es z.B. entzündungshemmend wirkt und den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Es hilft uns Gefahren zu erkennen und ihnen zu entkommen bzw. zu begegnen.

Ein Ungleichgewicht im Cortisolsystem führt allerdings zu einigen Beschwerden – denn hier ist meist der Knackpunkt: Es darf weder zu viel noch zu wenig Cortisol produziert werden. Angststörungen, depressive Verstimmungen, Erschöpfung und Gedächtnisstörungen können mit einer Dysfunktion assoziiert werden2.

Cortisol und Progesteron teilen sich das selbe Vorläuferhormon. Bist du also gestresst, “investiert” dein Körper lieber in Cortisol als in ein Sexualhormon. In der Folge hast du dann wieder einen Progesteronmangel, der ebenfalls eine depressive Verstimmung verursachen bzw. fördern kann.

Hormonelle Ursachen einer depressiven Verstimmung

Nun haben wir bereits geklärt, welcher biologische Mechanismus depressiven Verstimmungen zu Grunde liegen kann. Lass uns nun gemeinsam die genauen Ursachen anschauen, die zu einem Ungleichgewicht der Hormone und Neurotransmitter führen können. Als allererstes sollten wir uns die Nebennierenschwäche anschauen!

Nebennierenschwäche

Sicherlich bist du schon einmal über den Begriff “Nebennierenschwäche” gestolpert. Bei einer Nebennierenschwäche liegt eine Fehlfunktion oder Erschöpfung der Nebennieren vor. Machen wir eine kleine Anatomie-Einheit, damit auch ganz klar ist, von was wir sprechen!

Nebenniere und depressive Verstimmungen

Die beiden Nebennieren sind hormonbildende Organe, die wie eine Kappe auf beiden Nieren aufsitzen. Man unterscheidet die Nebennierenrinde vom Nebennierenmark. Die Nebennierenrinde (außen) besteht aus 3 Schichten und stellt mehr als 100 verschiedene Steroidhormone her – unter anderem auch das Cortisol. Dies hat einen enormen Einfluss auf den Wasser-, Mineralstoff- und Zuckerhaushalt im menschlichen Körper. Das Nebennierenmark liegt unter der Rinde und ist Teil des Nervensystems. Unter anderem werden hier Noradrenalin, Adrenalin und Dopamin gebildet. Hier entsteht hauptsächlich unsere “Fight-or-Flight” Reaktion. Na, erkennst du schon die Verbindung der Nebennieren zu Stress?

Da wir in unserem Lebensstil immer mehr chronischem Stress ausgeliefert sind, muss die Nebenniere andauernd Stoffe wie Cortisol oder Adrenalin ausschütten. Lang andauernder Stress kann viele Facetten haben. Nicht immer muss es Termindruck oder Arbeits-/Familienstress sein. Hier ein paar Beispiele:

  • Körperlicher Stress
    • Infektionen, chronische Erkrankungen, Schlafstörungen
  • Psychischer Stress
    • Zeitdruck, hohes Arbeitspensum, Leistungsdruck, Streit, Trennung, besondere Lebensumstände
  • Sensorischer Stress
    • Reizüberflutung, Dauerlärm, ständige Nachrichten (Social Media), Strahlung
  • Chemischer Stress
    • Umweltgifte, Schwermetallbelastung, Medikamente
  • Metabolischer Stress
    • Ungesunde Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, zu viel Koffein

In der Folge kann daraus eine Nebennierenschwäche resultieren, was zur verminderten Hormonproduktion führt. Die Auswirkungen einer Nebennierenschwäche kann Frau sowohl körperlich als auch psychisch spüren. Hier einige Beispiele:

Psychische SymptomeKörperliche Symptome
– Depressive Verstimmungen bis hin zur Depression
– Stimmungsschwankungen
– Burnout
– Starke Stressanfälligkeit, niedrige Toleranzschwäche
– “Brain-Fog” -> sich nicht richtig konzentrieren / fokussieren können
– Unterzuckerung / Heißhunger
– Energiemangel / ständige Müdigkeit
– Verminderte Libido
– Menstruations- und Zyklusstörungen
– Infektanfälligkeit
– (Chronische) Schmerzen

Wie du sehen kannst, kann sich eine Nebennierenschwäche als richtiger Teufelskreis entpuppen. Denn durch z.B. den Energiemangel oder einer mangelnden Hormonherstellung kommt es wiederum zu gestörten Regelkreislaufen, die ebenfalls die depressiven Verstimmungen anfeuern können. Ähnliches gilt für Schilddrüsenstörungen bzw. -Erkrankungen.

PMS

Der Begriff “PMS” wird immer geläufiger. Tatsächlich sind schätzungsweise 20-40% der Menstruierenden von mittleren bis starken PMS-Beschwerden betroffen! PMS steht für “Prämenstruelles Syndrom”. „Prä“ bedeutet „vor“, „menstruell“ bezieht sich auf die Periode. Also „vor der Periode“. Und ein „Syndrom“ ist eine Zusammenfassung verschiedener Symptome. Wo ist jetzt die Verbindung zu depressiven Verstimmungen? PMS geht sowohl mit körperlichen als auch psychischen Beschwerden einher, die ca. 1 Woche oder einige Tage vor der Periode eintreten und meist mit der Periode verschwinden. Typische, psychische Symptome sind:

• Depressive Verstimmungen
• Stimmungsschwankungen
• Angstzustände / Panikattacken
• Nervöse Unruhe / Anspannung
• Wutausbrüche / Aggressionen
• Trauer / Hoffnungslosigkeit

Bei einigen Frauen können diese Symptome besonders stark ausgeprägt sein. Man spricht hier von einer “Prämenstruellen Dysphorischen Störung”, kurz PMDS. Grundlegender Unterschied zum “normalen” PMS ist, dass die Beschwerden deutlich gravierender sind und meist auch länger anhalten – teilweise über die Periode hinaus. Betroffene sind schwer in ihrem Alltag eingeschränkt und können diesem noch bedingt nachgehen.

Die Entstehung von PMS gilt bis heute nicht als zweifelsfrei geklärt. Es gibt allerdings verschiedene Theorien:

  1. Östrogendominanz
    • Progesteron ist, wie wir gelernt haben, der Gegenspieler der Östrogene. Gerät Progesteron jedoch in eine Mangelsituation (z.B. durch Cortisolüberschuss bei dauerhaften Stress), fehlt die “Wohlfühlwirkung” des Progesterons. Das Ungleichgewicht führt dann zu depressiven Verstimmungen, Angstzuständen, etc.
  2. Überempfindliche Hormonrezeptoren
    • Manche Frauen leiden trotz normwertigem Hormonen an PMS. Eine Überempfindlichkeit der Hormonrezeptoren (also die “Empfänger” der Informationen) wird daher vermutet. Teilweise können die Rezeptoren auch durch hormonähnliche Stoffe (z.B. Xenoöstrogene aus Kosmetika oder Fleisch) blockiert sein.
  3. Störung im Serotoninstoffwechsel
    • Neuere Forschungen legen nahe, dass PMS im starken Zusammenhang mit einem Serotoninmangel bzw. einer Störung in dessen Kreislauf steht.

Du siehst also, wie abhängig PMS von unserer inneren Hormonbalance ist – und das steht wiederum im Wechselspiel mit unserem psychischen Befinden! Hier gelangst du zu noch mehr PMS-Wissen!

Wechseljahre

Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen bis hin zur Depression sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Wieso? Die Wechseljahre sind eine sehr intensive und bedeutungsvolle Zeit für die Frau. Immerhin geht die gebärfähige Lebensphase zu Ende. Das ist wiederum verbunden mit einer hormonellen Achterbahn und einer generellen Abnahme der Geschlechtshormone. Und das ist auch der Erklärungsversuch, wieso es in den Wechseljahren bzw. der Menopause zu einer Verschlechterung des psychischen Befindens kommt. Beispielsweise wird der Serotoninstoffwechsel durch den Rückgang der Östrogene beeinträchtigt. Auch das Progesteron, welches durch die ausbleibenden Eisprünge nicht mehr gebildet wird, fehlt nun.

Zudem können die durch Hormonschwankungen verursachte körperliche Symptome, wie z.B. Schlafmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion ebenfalls zu depressiven Verstimmungen beitragen.

Hier erfährst du, was genau in den Wechseljahren passiert und wie dich dabei unterstützen kannst.

Weitere, indirekte hormonelle Ursachen

Auch indirekte hormonelle Belastungen können depressive Verstimmungen der Frau fördern. Hier ist beispielsweise zu nennen:

  • Unerfüllter Kinderwunsch
    • Das kann frustrierend sein! Angst und Wut, aber auch depressive Verstimmungen können in der Folge resultieren.
  • Chronische Erkrankungen
    • Sie stellen für den Körper einen enormen Stressfaktor dar. Dadurch kannst du ebenfalls aus deiner Mitte geraten.
  • Endometriose
    • Zwar ist das auch eine chronische Erkrankung, doch wir wollen sie hervorheben. Denn sowohl das hormonelle Ungleichgewicht, von dem man bei der Endometriose ausgeht, als auch die chronischen Schmerzen wirken sich auf die Stimmung aus. Erfahre hier mehr zu Endometriose.
  • Schlafstörungen
    • Wer schon einmal mehrere schlaflose Nächte hintereinander verbracht hat, der weiß wie zermürbend das sein kann. Depressive Verstimmungen können daraus resultieren. Schlafstörungen und Hormone gehören eng zusammen! Du willst wissen wie? Dann lies gerne unseren Blogartikel zu Schlaf und Hormone.

Du hast nun gesehen, welch vielfältige körperliche bzw. hormonellen Ursachen hinter depressiven Verstimmungen stehen können. Behalte aber dennoch im Hinterkopf, dass auch die Psyche eine entscheidende Rolle kann. Alte Traumata, negative Glaubenssätze, Erziehung und Erfahrungen etc. können umgekehrt deine Hormone beeinflussen, welche dann wiederum depressive Verstimmungen fördern.

Was kannst du für dich und dein Wohlbefinden tun? Wir verraten dir 5 Tipps für deine Mental Health!

5 Tipps für deine Mental Health

1. Fülle deinen Vitalstoffhaushalt auf!

Nährstoffe gegen Depressive Verstimmungen

Viele Vitalstoffe sind für den Körper essentiell. Besteht jedoch ein Mangel, kommt es zu erheblichen und vielfältigen Problemen bei wichtigen Prozessen im gesamten Organismus. So auch im Bezug auf Neurotransmitter und den gesamten Nerven- bzw. Gehirnstoffwechsel.

Besonders hervorzuheben sind:

  • Die B-Vitamine
    • Die Gruppe der B-Vitamine beeinflussen maßgeblich den Gehirnstoffwechsel und sind unentbehrlich für eine gesunde psychische Funktion.
    • Beispielsweise wird B6 für die Herstellung von Serotonin und Noradrenalin benötigt.
  • Vitamin D
    • Vitamin D ist an zahlreichen Abläufen im Körper beteiligt. Zudem übernimmt es eine entscheidende Funktion bei der Regulation von Serotonin.
    • Auch schützt Vitamin D die Nervenbahnen durch verschiedene Mechanismen3.
  • Omega-3
    • Omega-3 ist ein notwendiger Baustoff für die Zellen. Zudem zeigen sich positive Eigenschaften bei der Übertragung von Nervensignalen. Mehrere Studien und Analysen zeigen bereits eine Verbesserung von depressiven Symptomen während der Einnahme von Omega-3 Präparaten4.

Denke an deine Mikronährstoffversorgung! Du möchtest dich um deinen Vitalstoffhaushalt kümmern? Dann schaue gerne bei unseren Nahrungsergänzungsmittel für die Frau vorbei.

2. Healing herbs für die Seele

Johanniskraut für die Psyche

Wie immer hat die Natur einige Helferinnen auf Lager, die depressive Verstimmungen verbessern können. Am wohl bekanntesten ist das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Es ist häufig Bestandteil vieler naturheilkundlicher Präparate, die bei leichten Depressionen empfohlen werden. Doch auch z.B. Baldrian, Passionsblume oder Melisse können förderlich sein und werden daher gerne bei nervösen Unruhezuständen, mentaler Erschöpfung und Depression eingesetzt. Zudem wird die Griffonia (Schwarzbohne) als Vorstufe des Serotonins empfohlen.

3. Raus in die Natur!

Waldbaden

Kennst du das Gefühl, wenn du im Wald unter den schützenden dichten Bäumen stehst, das Rauschen des Windes und den Vogelgesang in deinen Ohren hörst? Spürst du auch die Ruhe, die sich in dir breit macht? Tatsächlich hat die Natur (mittlerweile spricht man auch von “Waldbaden”) einen stärkende und ausgleichende Effekte auf die Psyche. So können Depressionen gelindert, der Kreislauf gekräftigt und das Immunsystem gefördert werden5. Du lebst in der Stadt und um dich herum ist kein Wald? Dann suche dir erstmal einen Park in deiner Nähe oder mache einen Kurzurlaub in die Natur!

4. Selfcare ist Selflove!

Selfcare bei depressiven Verstimmungen

Du fühlst dich nicht gut, bist gestresst, niedergeschlagen und willst einfach nur eine Ruhe? Dann darfst du dir auch mal eine Pause gönnen! Verwöhne dich und deinen Körper. Für die eine mag es ein heißes Bad oder eine wohltuende Gesichtsmaske sein, für die andere ein Filmabend oder eine Massage. Weitere Maßnahmen können autogenes Training oder Bodyscan sein. Hierfür gibt es auf der Homepage von Krankenkassen oder bei Musik-Streaming-Plattformen spezielle Audioaufzeichnungen. Wenn du dich dazu in der Lage fühlst, kann auch eine kleine Sporteinheit oder Yoga deutliche Besserung erzielen. Spüre in dich hinein was dein Körper gerade braucht – ganz ohne Druck – denn Selfcare ist Selflove!

5. Geh auf Ursachenforschung!

Ursachenforschung von depressiven Verstimmungen

Wie du gesehen hast, sind die Gründe von depressiven Verstimmungen vielfältig. In der Folge ergeben sich verschiedene Therapieansätze. Dabei ist es unheimlich wichtig, auf Ursachenforschung zu gehen. Denn natürlich können Maßnahmen, wie Entspannung oder die Zufuhr bestimmter Präparate hilfreich sein, meist reicht dies jedoch nicht aus. Um nachhaltig Besserung zu schaffen solltest du daher der Sache genauer auf den Grund gehen!

Wie FEMNA dich unterstützen kann

Auch bei depressiven Verstimmungen bist du nicht alleine – FEMNA steht an deiner Seite. In einem klärenden Beratungsgespräch können unsere ausgebildeten Heilpraktikerinnen individuell auf deine Beschwerden eingehen. Gemeinsam schauen wir, wo man bei dir zur Besserung deines Wohlbefindens ansetzen kann und welche Hormone ggf. aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Testen können wir das zum Beispiel durch unseren Hormontest Basic. Da, wie wir gesehen haben, die Nebennieren eine übergeordnete Rolle in unserem System einnehmen, können wir dir zur weiteren Diagnostik unseren Stresstest Plus empfehlen. So kann die Leistung deiner Nebenniere überprüft werden.

Hormonspeicheltest Basic bei depressiven Verstimmungen
Stress Plus Cortisoltest Frau bei depressiven Verstimmungen

Nicht ganz außer Acht zu lassen ist zudem der Darm. Dieser hat ebenfalls einen erheblichen Anteil an unserer Psyche! Wie das genau zusammenhängt, erfährst du in unserem Blogbeitrag über Darm und Psyche.

Noch ein Wort zum Schluss…

Depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen oder andere psychische Beschwerden sind keine Seltenheit. Es gibt also keinen Grund, weshalb dir das unangenehm sein sollte oder du dich gar dafür schämen solltest! Es ist wichtig, sich dem zu stellen, darüber zu reden und die Problematik zu hinterfragen. Daher: Gehe auf Ursachenforschung und nimm deine Gesundheit und dein Wohlbefinden in die eigene Hand!

Quellen

1: Brinton, R.D. et al. (2020): Progesterone Receptors: Form and Function in Brain, in: Front Neuroendocrinology (29/2), p. 313-339, DOI: 10.1016/j.yfrne.2008.02.001.

2: Fiksdal, A. et al. (2019): Associations Between Symptoms of Depression and Anxiety and Cortisol Responses to and Recovery from Acute Stress, in: Psychoneuroendocrinology (102), p. 44.52, DOI:10.1016/j.psyneuen.2018.11.035

3: Grabhorn, S. (2020): Vitamine und Spurenelemente gegen Depression und Burnout, online unter: https://www.asklepios.com/blomenburg/dam/jcr:2c40b464-6b56-4034-b5e7-b60681f5bbdb/blomenburg-pressemitteilung-orthomolekulare-medizin-psychische-erkrankungen-burnout.pdf

4: Liao Y. et al. (2019): Efficacy of omega-3 PUFAs in depression: A meta-analysis, in: Translational Psychiatry (9/190), DOI: https://doi.org/10.1038/s41398-019-0515-5

5: Antonelli, M. (2019): Effects of forest bathing (shinrin-yoku) on levels of cortisol as a stress biomarker: a systematic review and meta-analysis, in: International Journal of Biometeorology (63:8), p. 1117-1134, DOI: 10.1007/s00484-019-01717-x .

Hausschild, J. (2020): Niemand nimmt ungestraft Hormone ein, online unter: https://www.spektrum.de/news/was-den-hormonhaushalt-beeinflusst/1784171

Kleine-Gunk, P. (2013): Das Frauen-Hormone Buch, Stuttgart: TRIAS.

https://www.frauenaerztinnen-oberkassel.de/pmds-was-frauen-ueber-die-praemenstruelle-depression-wissen-sollten/

Scroll to Top